Arbeiten bis 70: Wie Politiker und Sportler den Wandel vorleben
Deutschland erlebt einen Wandel in der Einstellung zu längerer Arbeitszeit – vorgelebt von Politikern und Sportlern
Immer mehr Menschen in Deutschland stehen einer Verlängerung der Arbeitszeit offen gegenüber, während politische und sportliche Persönlichkeiten mit gutem Beispiel vorangehen. Mit Spitzenkräften wie Wolfgang Kubicki und Friedrich Merz, die auch mit über 70 noch aktiv sind, gewinnt die Debatte über eine Anhebung des Renteneintrittsalters an Fahrt. Gleichzeitig übernehmen ältere Fachleute in Fußball und Politik weiterhin verantwortungsvolle Positionen.
Die Rentenkommission wird voraussichtlich empfehlen, bis 70 zu arbeiten, um die Rentensysteme langfristig zu sichern. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat bereits eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters ins Spiel gebracht. Studien untermauern diesen Kurs: Sie zeigen, dass die Produktivität im höheren Alter oft erst mit 90 ihren Höhepunkt erreicht.
In der Politik hat die Freie Demokratische Partei (FDP) kürzlich den 74-jährigen Wolfgang Kubicki zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt – er ist damit einer der ältesten Parteichefs Deutschlands. In der konservativen Union hat der 70-jährige Friedrich Merz im Rennen um die Kanzlernachfolge keine älteren Konkurrenten.
Auch im Fußball spiegelt sich dieser Trend wider. Julian Nagelsmann, mit 38 Jahren noch ein vergleichsweise junger Trainer der deutschen Nationalmannschaft, trifft bald auf einen erfahrenen Gegner: den 78-jährigen Nationaltrainer von Curaçao, Dick Advocaat. Sein Beispiel beweist, dass Erfahrung auch auf höchstem Niveau weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Für die meisten Arbeitnehmer könnte der Ruhestand mit 70 bald zur Regel statt zur Ausnahme werden. Die Babyboomer-Generation könnte die letzte gewesen sein, die noch von einem früheren Renteneintritt profitiert.
Die Diskussion über längere Erwerbsbiografien verlässt zunehmend die theoretische Ebene. Politiker, Minister und selbst Spitzenfußballtrainer zeigen: Alter ist kein Hindernis für Leistung. Falls die Vorschläge der Rentenkommission umgesetzt werden, könnte das Arbeiten bis 70 für künftige Generationen bald zur Normalität werden.






