01 February 2026, 04:28

Bayerns Moore sterben – doch es gibt noch eine Rettungschance

Ein altes Buch mit dem Titel "Journal d'Agriculture Pratique" mit einem Farmbild auf dem Cover und Text auf dem Umschlag.

Experte: Landwirtschaft auf Mooren hat Grenzen - Bayerns Moore sterben – doch es gibt noch eine Rettungschance

Bayerns Moore verschwinden in alarmierendem Tempo – nur noch zehn Prozent gelten als intakt. Jahrzehntelange Trockenlegung für die Landwirtschaft und den Torfabbau haben die verbleibenden 90 Prozent stark geschädigt. Nun drängen Fachleute und Politiker auf dringende Maßnahmen, um diese lebenswichtigen Ökosysteme zu retten, bevor noch mehr Fläche verloren geht.

Jahrzehntelang wurden Moore entwässert, um Platz für Ackerbau und Torfgewinnung zu schaffen. Doch diese Praxis hat schwerwiegende Folgen: Warnungen zufolge könnten innerhalb von 15 Jahren ein Viertel der bayerischen Moorböden durch Absackungen unbrauchbar werden. In 30 Jahren könnte dieser Anteil auf 40 Prozent ansteigen.

Die bayerische Staatsregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 mindestens 25 Prozent der Moorflächen durch Wiedervernässung zu renaturieren. Diese Projekte sollen die Schäden durch Entwässerung rückgängig machen und weiteren Landverlust verhindern. Professor Matthias Drösler und Umweltschutzorganisationen setzen sich seit Langem für die Wiedervernässung ein – als einzige Möglichkeit, diese empfindlichen Gebiete zu schützen.

Da die traditionelle Landwirtschaft immer weniger tragfähig wird, gewinnen alternative Nutzungsformen an Bedeutung. Paludikultur – der Anbau von Feuchtgebietspflanzen wie Schilf oder Rohrkolben – wird zunehmend als nachhaltige Lösung für wiedervernässte Moore beworben. Angesichts des Klimawandels und wachsender wirtschaftlicher Zwänge überdenken sowohl Landwirte als auch Naturschützer, wie diese Landschaften künftig genutzt werden können.

Der seit 1997 jährlich begangene Welttag der Feuchtgebiete macht weiterhin auf die Bedeutung des Erhalts von Mooren und anderen Feuchtgebieten aufmerksam. Dennoch bleibt unklar, wie viel von Bayerns 220.000 Hektar Moorfläche bisher erfolgreich wiedervernässt werden konnte.

Der Verlust der Moore bedroht in Bayern sowohl die Umwelt als auch die Landwirtschaft. Wiedervernässungsprojekte und neue Anbaumethoden wie die Paludikultur bieten mögliche Lösungen. Ohne weitere Maßnahmen könnten jedoch in den kommenden Jahrzehnten große Flächen unwiederbringlich durch Absackungen verloren gehen.

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