BBC stoppt Restaurierung von Bob Monkhouses legendären Witzesammlungen nach Zensurvorwurf
Jana SimonBBC stoppt Restaurierung von Bob Monkhouses legendären Witzesammlungen nach Zensurvorwurf
Eine lange verschollene Sammlung handschriftlicher Witzesammlungen des Komikers Bob Monkhouse sollte in der Sendung Die Reparaturwerkstatt restauriert werden – bis die BBC die Folge kurzfristig zurückzog. Die Entscheidung folgte nach einer Beschwerde eines Produktionsmitarbeiters, der einen der Witze als sexistisch eingestuft hatte. Als die Absage Anfang 2024 bekannt gegeben wurde, löste sie sofort eine Kontroverse aus.
Die beiden Bände, gefüllt mit tausenden Witzen, Karikaturen und Skizzen, waren 1995 spurlos verschwunden, bevor sie Jahre später wieder auftauchten. Monkhouse, der von den 1960er-Jahren bis zu seinem Tod 2003 an ihnen gearbeitet hatte, hatte einst eine Belohnung für ihre Rückkehr ausgesetzt.
Die Witzesammlungen waren von Monkhouses Adoptivtochter Abigail Williams und seinem ehemaligen Schreibpartner Colin Edmond in die Sendung gebracht worden. Nach Monkhouses Tod hatte Edmond die Bücher geerbt und unter seinem Schreibtisch aufbewahrt. Die Restaurierung sollte eine Hommage an den beliebten Komiker sein, der die Notizbücher berühmt-berüchtigt überall mit sich führte, um neues Material festzuhalten.
Die Streichung der Folge erfolgte, nachdem ein einzelner Witz als anstößig gemeldet worden war. Die öffentliche Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Medien wie der Daily Mail und The Telegraph warfen der BBC Zensur vor. Bis 2026 hatte sich der Widerstand zu einer anhaltenden Kampagne ausgeweitet, mit Petitionen, die über 100.000 Unterschriften sammelten, und Unterstützung von Komikern wie Jim Davidson. Die Debatte über kulturelles Erbe versus moderne Sensibilitäten hielt an, doch die BBC blieb bei ihrer Entscheidung.
Monkhouses Witzesammlungen waren weit mehr als nur Notizen – sie waren ein Lebenswerk. Gefüllt mit handschriftlichen Witzen, Entwürfen und Beobachtungen, dokumentierten sie Jahrzehnte seiner Karriere. Ihr Verschwinden 1995 hatte Fans und Familie erschüttert, weshalb ihre spätere Wiederentdeckung und geplante Restaurierung zu einem berührenden Moment wurde – bis die Ausstrahlung gestoppt wurde.
Die BBC hält trotz jahrelanger öffentlicher Kritik an ihrer Entscheidung fest, die Folge nicht zu zeigen. Die einst verlorenen und später wiedergefundenen Bücher sind nun zwar restauriert, bleiben der breiten Öffentlichkeit jedoch verborgen. Ihre Geschichte spiegelt die anhaltenden Spannungen wider zwischen der Bewahrung historischen Materials und der Anpassung an zeitgemäße Maßstäbe.






