09 March 2026, 10:17

Berlin testet KI-Überwachung an Regierungsgebäuden – Datenschutz bleibt umstritten

Zwei Überwachungskameras, die an der Seite eines Gebäudes montiert sind, mit einer Glaswand im Vordergrund und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

AI-Überwachungstest im Rathaus und Parlament - Berlin testet KI-Überwachung an Regierungsgebäuden – Datenschutz bleibt umstritten

Berlin startet Testphase für KI-gestützte Videoüberwachung an Regierungseinrichtungen

Die Hauptstadt will an zentralen Regierungsstandorten ein Pilotprojekt für KI-basierte Videoüberwachung einführen. Das System soll ungewöhnliches Verhalten rund um das Rote Rathaus, das Abgeordnetenhaus und die Senatsverwaltung für Inneres überwachen. Behördenvertreter bezeichnen den Schritt als notwendige Modernisierung der Sicherheit angesichts wachsender Personalknappheit.

Ziel des Versuchs ist es, die Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz beim Schutz kritischer Infrastruktur und gefährdeter Bereiche zu erproben. Die Technologie analysiert Kamerabilder nach verdächtigen Aktivitäten und löst Warnmeldungen aus, sobald potenzielle Bedrohungen erkannt werden. Im Gegensatz zu herkömmlicher Überwachung speichert das System jedoch keine biometrischen Daten oder persönlichen Identitäten – alle Aufnahmen bleiben anonymisiert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Personalmangel erfordert technische Lösungen Polizeipräsident Thomas Haldenwang warnte, dass man sich nicht länger allein auf menschliche Einsatzkräfte verlassen könne. Aktuell bewachen rund 400 speziell geschulte Beamte politische Gebäude und diplomatische Vertretungen in der Stadt. Das KI-System könnte diese Belastung verringern, indem es Teile der Überwachung automatisiert.

Kritik an fehlender Bürgerbeteiligung Schon jetzt gibt es Kritik am fehlenden öffentlichen Konsultationsprozess. Ein Abgeordneter der Linken verurteilte den Test als Eingriff in Grundrechte und forderte eine umfassende parlamentarische Debatte. Befürworter halten die Technologie hingegen für unverzichtbar, um mit modernen Sicherheitsherausforderungen Schritt zu halten.

Der Pilotversuch konzentriert sich zunächst auf drei zentrale Standorte, eine Ausweitung auf weitere Orte ist vorerst nicht geplant. Bei Erfolg könnte das KI-System jedoch dauerhaft zum Schutz von Regierungsgebäuden eingesetzt werden. Die Behörden versichern, dass durch Anonymisierung und strenge Datenschutzvorgaben ein Missbrauch der Technologie ausgeschlossen werde.

Quelle