30 March 2026, 20:18

Berliner Ausbildungsabgabe trifft Startups hart – Kritik an falschen Anreizen wächst

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen "B" in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit blau-weißem Karomuster, alles auf einem weißen Hintergrund mit fetter schwarzer Schrift, die "Berlin Finance Initiative" liest.

Berliner Ausbildungsabgabe trifft Startups hart – Kritik an falschen Anreizen wächst

Berlins neue Ausbildungsabgabe stößt bei Startups auf Widerstand

Ab 2028 müssen Unternehmen in Berlin mit mindestens zehn Beschäftigten Auszubildende in Höhe von 4,6 Prozent ihrer Belegschaft ausbilden – oder in einen Fonds einzahlen. Kritiker monieren, die Regelung gehe an den eigentlichen Herausforderungen moderner Personalpolitik und den Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat das umstrittene Gesetz kürzlich verabschiedet. Firmen, die die Ausbildungsquote nicht erfüllen, müssen Strafzahlungen leisten. Der Fonds soll jährlich rund 75 Millionen Euro einbringen.

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Viele Gründer haben sich öffentlich gegen die Regelung ausgesprochen. Ralph Hage von Lap Coffee nannte sie ein "falsches Signal" der Stadt und erklärte, sein Unternehmen setze auf Automatisierung und moderne Lernformate statt auf klassische Berufsausbildungen. Marius Meiners, Mitgründer von Peec AI, räumte ein, sein Team habe schlicht nicht die Kapazitäten, um Auszubildende zu betreuen – lieber zahle man die Strafe, als Arbeitsabläufe zu stören.

Andere hinterfragen, ob die Maßnahme das richtige Problem löst. Agnieszka Walorska von der Fintech-Firma Mika verwies auf das sinkende Interesse junger Menschen an Ausbildungsberufen als Kernproblem – nicht auf mangelnde Bereitschaft der Unternehmen. Moritz Kreppel, Gründer von Urban Sports Club, argumentierte, Berlin bestrafe Startups ungerechtfertigt für Stellen, die sich schlicht nicht für das Ausbildungsmodell eigneten.

Die Abgabe hat in der Berliner Gründerszene weit verbreitete Frustration ausgelöst. Viele werfen der Politik vor, die Realitäten des Unternehmenswachstums in der heutigen Wirtschaft zu ignorieren.

Ab 2028 tritt die Regelung in Kraft: Betroffene Unternehmen müssen dann entweder ausbilden oder finanziell in den Fonds einzahlen. Startups bestehen darauf, dass die Vorschrift praktische Hürden und den Wandel der Arbeitswelt außer Acht lässt. Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen traditionellen Ausbildungsmodellen und den sich verändernden Anforderungen moderner Unternehmen.

Quelle