Biogas-Branche vor radikaler Wende: Flexible Speicher statt Grundlast
Jonas SchmidtBiogas-Branche vor radikaler Wende: Flexible Speicher statt Grundlast
Deutscher Biogassektor steht vor tiefgreifendem Wandel unter neuer Führung
Thomas Karle, Präsident des Fachverbandes Biogas, fordert einen radikalen Kurswechsel der Branche. Das seit zwei Jahrzehnten bestehende System müsse sich angesichts neuer Herausforderungen grundlegend reformieren, betont er.
Als entscheidende Weichenstellung sieht Karle das anstehende Biomasse-Paket der Bundesregierung. Sein zentrales Anliegen ist es, Biogasanlagen von konstanten Grundlastlieferanten zu flexiblen Speicherkraftwerken umzuwandeln. Dieser Wandel erfordere von den Betreibern strategische Neuausrichtungen und strukturelle Anpassungen in der Landwirtschaft, so Karle.
Der Verbandschef will den Einsatz von Biogas zudem über die Stromerzeugung hinaus ausweiten. Sein Konzept umfasst die Einspeisung des Biogasmoleküls in Netze für industrielle Prozesse, Wärmeversorgung oder sogar als Kraftstoff. Damit soll Biogas fester Bestandteil des "Erneuerbaren-Dreiecks" aus Wind-, Solar- und Bioenergie werden.
Trotz politischer Unsicherheiten und der anhaltenden Energiekrise zeigt sich Karle zuversichtlich. Er versichert, dass Biogas auch während des Umbruchs zuverlässig Energie liefern werde.
Karles Vision zielt auf eine grundlegende Transformation der Biogasproduktion und -nutzung ab. Gelingt die Neuausrichtung, könnte die Branche ihre Rolle im deutschen Erneuerbaren-Mix neu definieren – vorausgesetzt, die Betreiber passen sich neuen Technologien und Marktbedingungen an.






