Brandenburgs Schulreform: Neue Aufnahmekriterien und mehr Unterricht für Lehrer
Felix MaierKein Bericht über den Wechsel von der Grundschule zur Oberschule - Landesparlament will Lehrern die Arbeit erleichtern - Brandenburgs Schulreform: Neue Aufnahmekriterien und mehr Unterricht für Lehrer
Brandenburg führt neue Regeln für Schulaufnahmen und Lehrerarbeitszeiten ein
Die Reformen umfassen die Abschaffung der Lehrerbeurteilungen für den Übergang auf die Schule sowie eine Erhöhung der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung. Die Änderungen stoßen sowohl auf Zustimmung als auch auf Kritik.
Nach dem aktualisierten Gesetz erhalten Schüler künftig Zugang zum Gymnasium auf Grundlage eines gewichteten Notendurchschnitts oder durch Aufnahmeprüfungen. Die bisherige Pflicht zu einer schriftlichen Lehrerempfehlung beim Wechsel von der Grundschule entfällt. Bildungsminister Steffen Freiberg verteidigte die Neuerung und betonte, dass die elterliche Wahl und eine leistungsorientierte Auswahl weiterhin im Mittelpunkt stünden.
Lokale Schulträger hatten zuvor vor einer Überlastung der Gymnasien gewarnt, da die Kapazitäten begrenzt seien. Gleichzeitig steigt die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung für Lehrer in Brandenburg um eine Stunde. Als Ausgleich verspricht die Landesregierung, den administrativen Aufwand für Pädagogen zu verringern – Teil eines größeren Vorhabens, die Belastung im Lehrberuf zu mindern.
Die Reaktionen auf die Reformen fallen gemischt aus. Die SPD-Bildungspolitikerin Katja Poschmann begrüßte die Änderungen und argumentierte, sie gäben den Schulen mehr Flexibilität. Kristy Augustin, bildungspolitische Sprecherin der CDU, nannte die Anpassungen einen wichtigen Schritt, forderte aber weitere Maßnahmen zur Entlastung der Lehrer. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dennis Hohloch kritisierte hingegen die Zusammenlegung der Fächer Gesellschaftswissenschaften (GeWi) und Naturwissenschaften (NaWi) zu kombinierten Unterrichtseinheiten.
Die Oppositionsparteien AfD und BSW lehnten die Streichung der Lehrerbeurteilungen ab. Sie warnten, die Neuregelung führe zu einer stärkeren Abhängigkeit von formalen Kriterien und elterlichem Einfluss. Ein namentlich nicht genannter CDU-Bildungsreferent äußerte ebenfalls Kritik und plädierte für zusätzliche Schritte, um die Anpassungsfähigkeit der Schulen zu verbessern und die Lehrerbelastung zu senken.
Die Reformen treten nun in Kraft und verändern die Aufnahmeverfahren für Gymnasien sowie die Stundenplangestaltung der Lehrkräfte. Schulen müssen sich auf das neue notenbasierte System einstellen, während Lehrer leicht mehr Unterrichtsstunden übernehmen. Die Debatte über Arbeitsbelastung und Aufnahmekriterien wird voraussichtlich anhalten.
