Bremen geht mit Rekordstrafen gegen Schwarzarbeit und Lohnbetrug vor
Felix MaierBremen geht mit Rekordstrafen gegen Schwarzarbeit und Lohnbetrug vor
Bremen verschärft Kampf gegen Schwarzarbeit und Lohnbetrug
Das Hauptzollamt Bremen hat 2022 seine Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und Sozialbetrug deutlich ausgeweitet. Durch mehr Kontrollen stieg die Zahl der Strafverfahren, und es wurden Rekordbußgelder verhängt. Zudem konnten die Behörden Millionen an nicht abgeführten Sozialabgaben und öffentlichen Geldern zurückholen.
Im vergangenen Jahr führte das Zollamt 926 Betriebsprüfungen durch – 2021 waren es noch 877. Die Vor-Ort-Kontrollen von Beschäftigten nahmen um über 1.500 zu und erreichten mit 7.500 Überprüfungen einen neuen Höchststand. Besonders im Fokus standen Branchen mit häufigen Verstößen, darunter das Baugewerbe, die Gastronomie, die Logistikbranche und Friseursalons.
Da der Mindestlohn in Deutschland 2022 zweimal angehoben wurde – zunächst im Juli von 9,82 auf 10,45 Euro, dann im Oktober auf 12 Euro – setzten die Behörden gezielt auf eine risikobasierte Kontrolle, um Betrug zu bekämpfen. Dabei deckten sie einen Schaden von 9,5 Millionen Euro auf, der durch vorenthaltene Sozialabgaben und staatliche Mittel entstanden war. Die verschärften Maßnahmen führten zu fast 2.000 Strafverfahren, bei denen Haftstrafen von insgesamt rund 29,5 Jahren verhängt wurden. Auch die Verwaltungsbußgelder erreichten mit über 1.300 Fällen einen neuen Rekord.
Nicole Töter, Leiterin des Bremer Hauptzollamts, betonte, dass Schwarzarbeit die Gesellschaft schädige, und kündigte an, die Kontrollen weiter mit Nachdruck durchzuführen.
Die Kampagne 2022 war durch mehr Inspektionen, höhere Strafen und strengere Sanktionen geprägt als in den Vorjahren. Die Behörden sicherten nicht nur verlorene Gelder, sondern setzten auch ein klares Zeichen für die Einhaltung der Regeln. Der Kampf gegen Lohnbetrug und illegale Beschäftigung wird weitergeführt.
