Bremen kämpft mit steigender Kriminalität – doch die Aufklärung stockt
Jana SimonBremen kämpft mit steigender Kriminalität – doch die Aufklärung stockt
Die Bremer Polizei bearbeitete 2022 zwar mehr Straftaten, doch die Aufklärungsquote sank. Insgesamt wurden 79.713 Fälle vollständig gelöst – ein Anstieg gegenüber 75.966 im Vorjahr. Der Anteil aufgeklärter Delikte verringerte sich jedoch auf 45,5 %, nach 51,5 % im Jahr 2020.
Besonders stark stiegen Diebstahl und Betrug in der Stadt. Diebstähle im Zusammenhang mit bargeldlosen Zahlungsmethoden kletterten von 741 Fällen im Jahr 2021 auf 2.175 im Jahr 2022. Auch die Gesamtzahl der Betrugsdelikte und Diebstähle nahm deutlich zu – ein Zeichen für den wachsenden Trend der Digitalkriminalität.
Auch Wohnungseinbrüche nahmen zu: 2022 wurden 638 vollendete und 521 versuchte Einbrüche registriert. Die Aufklärungsquote bei Gewaltverbrechen blieb dagegen vergleichsweise hoch. Vergewaltigungen und Fälle sexueller Nötigung wurden zu 78,2 % aufgeklärt, schwere Körperverletzungen zu 73,6 %. Bei Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern lag die Lösungquote mit 90,8 % am höchsten. In Bremerhaven stieg die Anzahl der gemeldeten Straftaten 2022 um 6 %, wobei die Aufklärungsquote dort bei 52,8 % lag. Trotz der wachsenden Fallzahlen fehlten in den Jahresberichten 2022 jedoch aktuelle Zahlen zur Cyberkriminalität vonseiten der Behörden.
Die Bremer Polizei hatte 2022 zwar mehr Fälle zu bearbeiten, löste aber weniger davon auf. Diebstahl, Betrug und Einbrüche nahmen zu, wobei digitale Straftaten eine immer größere Rolle spielten. Die Behörden stehen weiterhin vor Herausforderungen, wenn es um die Erfassung und Berichterstattung über Trends in der Cyberkriminalität geht.
