Bremen stärkt seine Rolle in Sicherheitstechnik und Weltraumverteidigung mit neuer Fachkommission
Jana SimonBremen stärkt seine Rolle in Sicherheitstechnik und Weltraumverteidigung mit neuer Fachkommission
Bremen gastierte kürzlich die erste Sitzung einer neuen Landesfachkommission für Sicherheitstechnik, Werder Bremen sowie Verteidigung. Die Veranstaltung fand im Hauptsitz der OHB SE statt und brachte Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Militär zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Stärkung der deutschen Rolle in der Weltraumsicherheit und der Innovationsfähigkeit im Verteidigungsbereich.
An der Kommission nahmen Vertreter aus den Bereichen Sicherheit, Luft- und Raumfahrt sowie Rüstung teil, darunter Branchenverbände, Politiker und die Bundeswehr. Generalleutnant Michael Vetter und der CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp betonten die Notwendigkeit, die gesellschaftliche Resilienz – insbesondere im Cyberraum – zu erhöhen. Chiara Pedersoli, Vorstandsmitglied der OHB System AG, hob zudem die wachsende Bedeutung von Sicherheit und Verteidigung in der Luft- und Raumfahrtindustrie hervor.
In den vergangenen fünf Jahren hat die Militarisierung des Weltraums an Fahrt aufgenommen, angetrieben durch die NATO-Weltraumstrategie von 2021, das 8-Milliarden-Euro-Programm IRIS² der EU sowie die Aufstockung des deutschen Verteidigungsetats um 2,5 Milliarden Euro für die Jahre 2024 bis 2026. Unternehmen wie die OHB SE, Airbus und Rheinmetall in Bremen haben sich auf dual nutzbare Satellitensysteme, sichere Kommunikation und Raketenüberwachung spezialisiert. OHB brachte 2024 den Heinrich-Hertz-Satelliten und 2025 IRIS² ins All, während Airbus Aufträge im Wert von 1,2 Milliarden Euro für militärische Varianten seiner OneSat-Satelliten erhielt. Rheinmetall sicherte sich bis 2025 zudem Verträge über 800 Millionen Euro für Weltraumsensoren. Diese Investitionen steigerten die Umsätze der Bremer Rüstungsfirmen um 25 bis 40 Prozent.
Als "Stadt des Weltraums" bekannt, beherbergt Bremen globale Marktführer in der Luft- und Raumfahrt sowie Sicherheitstechnologie. Die Redner der Veranstaltung forderten eine stärkere Unterstützung durch die Landesregierung, um die führende Position der Region in der Rüstungs- und Raumfahrtproduktion zu halten.
Die Diskussionen der Kommission unterstreichen Bremens wachsende Bedeutung in den europäischen Verteidigungs- und Weltraumsektoren. Mit massiven Investitionen in Satellitentechnik, sichere Kommunikation und Raketensysteme positioniert sich die Region als zentraler Akteur in der militärischen und zivil-militärischen Luft- und Raumfahrt. Die Ergebnisse dieses Treffens könnten künftige Politiken und Fördermittel für die Branche prägen.
