Bremen-Walle ehrt jüdische Familie mit neuem Platznamen und Gedenktafel
Felix MaierBremen-Walle ehrt jüdische Familie mit neuem Platznamen und Gedenktafel
Ein kleiner dreieckiger Platz in Bremen-Walle, lange bekannt als Eisdielenplatz, erhält bald einen neuen Namen. Die Stadt hat beschlossen, ihn in Familie-David-Platz umzubenennen – eine Ehrung für eine jüdische Familie, die einst mit dem Viertel verbunden war. Die Entscheidung geht auf einen Vorschlag von Anwohnern und dem Ortsbeirat Walle zurück.
Der Platz liegt am Kreuzungspunkt von Bremerhavener Straße, Vegesacker Straße und Grenzstraße. Zwar gibt es keine Belege dafür, dass die Familie David dort das Kaufhaus des Westens betrieb, doch soll die Umbenennung an ihr Erbe erinnern. Während der NS-Zeit wurde die Familie rassistischer Verfolgung ausgesetzt – eine Tatsache, die nun mit einer Gedenktafel neben dem neuen Straßenschild gewürdigt wird.
Der Ortsbeirat Walle hatte den Antrag auf Umbenennung eingebracht, unterstützt vom Kulturhaus Walle. Nach Bremer Recht können Bezirksvertretungen Straßen mit lokaler Bedeutung benennen. Der Ausschuss für Mobilität, Bau und Stadtentwicklung der Stadt stimmte dem Vorhaben zu, ohne dass das Landesarchiv Bremen Einwände erhob.
Senatorin Dr. Maike Schaefer begrüßte die Entscheidung und betonte, der neue Name ehre die Familie David und stärke die Verbindung des Platzes zu Bremen-Walle. Die Tafel wird folgende Inschrift tragen: "Die jüdische Familie David betrieb in Bremen-Walle das 'Kaufhaus des Westens'. In der NS-Zeit wurde sie Opfer rassistischer Verfolgung."
Die Umbenennung in Familie-David-Platz tritt in den kommenden Wochen in Kraft. Das aktualisierte Straßenschild und die Gedenktafel werden als dauerhafte Erinnerung an die Geschichte der Familie David dienen. Die Entscheidung spiegelt lokale Bestrebungen wider, die Vergangenheit des Stadtteils zu bewahren und sein jüdisches Erbe anzuerkennen.






