Bremens strengerer Nichtraucherschutz: E-Zigaretten und Cannabis erstmals verboten
Jonas SchmidtBremens strengerer Nichtraucherschutz: E-Zigaretten und Cannabis erstmals verboten
In Bremen wird ein neuer Gesetzentwurf vorgelegt, der das Bremen Nichtraucherschutzgesetz verschärfen soll. Die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und die SPD haben eine Vorlage erarbeitet, die die Raucherregeln in der gesamten Stadt strenger gestalten würde. Die Änderungen sehen vor, Rauchverbote auf weitere öffentliche Bereiche auszuweiten und erstmals auch E-Zigaretten, Verdampfer sowie Cannabisprodukte einzubeziehen.
Das überarbeitete Gesetz zielt darauf ab, den bestehenden Schutz zu modernisieren, indem es Beschränkungen auf bisher nicht erfasste Bereiche ausdehnt. Demnach wäre das Rauchen an überdachten öffentlichen Verkehrsmittelhaltestellen, in Außenbereichen von Gastronomiebetrieben sowie an Orten mit hohem Kinderaufkommen verboten – etwa in Zoos, Wasserparks und Freizeitparks. Auch vor Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen sollen die Regeln für das Rauchen im Freien verschärft werden.
Der Entwurf streicht bisherige Ausnahmetatbestände, darunter Raucherräume in Spielhallen. Auch Wettbüros und andere öffentliche Räume würden künftig unter die gleichen Beschränkungen fallen. Zudem würde das Verbot erstmals auf neuere Produkte wie E-Zigaretten und Cannabis-Verdampfer ausgeweitet – ein Schritt, der den übergeordneten Zielen des Gesundheitsschutzes entspricht.
Bremens Vorstoß folgt einem bundesweiten Trend. Seit 2008 haben die meisten Bundesländer Innenraum-Rauchverbote eingeführt, wobei einige – darunter Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen – die Regelungen zwischen 2010 und 2020 auf Außenbereiche ausgeweitet haben. Allerdings variiert die Strenge dieser Vorschriften, und Bremens aktualisiertes Gesetz würde in vielen Punkten über die bestehenden Landesregelungen hinausgehen.
Sollte der Entwurf verabschiedet werden, wäre dies ein bedeutender Schritt für die öffentlichen Gesundheitsvorschriften in Bremen. Die erweiterten Verbote würden mehr Orte und Produkte als bisher erfassen. Nun wird das Stadtparlament über den Gesetzentwurf beraten, bevor mögliche Änderungen in Kraft treten.
