29 January 2026, 02:24

Bundesregierung plant radikale Reform der Arbeitszeiten bis 2026

Eine Gruppe von Menschen mit Masken und einem Banner mit der Aufschrift "In Grund zu Feiern" steht vor Gebäuden mit Fenstern, Laternen und Fahrzeugen, was auf eine Demonstration in Berlin, Deutschland, hindeutet.

Gewerkschaften drohen mit Streiks gegen geplante Abschwächung des Arbeitszeitgesetzes - Bundesregierung plant radikale Reform der Arbeitszeiten bis 2026

Die deutsche Bundesregierung treibt die Pläne zur Reform des Arbeitszeitgesetzes bis Ende 2026 voran. Bisher ist die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden begrenzt, doch ein neuer Vorschlag sieht stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vor. Während Wirtschaftsverbände solche Änderungen seit Langem fordern, warnen Gewerkschaften vor schweren Folgen für die Beschäftigten.

Im Koalitionsvertrag ist vorgesehen, die tägliche Acht-Stunden-Grenze durch ein wöchentliches Kontingent zu ersetzen. Das Bundeswirtschaftsministerium strebt an, die Reform noch in diesem Jahr abzuschließen. Christoph Ploß, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, unterstützt den Vorstoß und argumentiert, dies werde insbesondere kleinen und mittleren Betrieben in der Gastronomie und im Tourismus zugutekommen.

Branchenverbände hatten wiederholt nach Lockerungen der Arbeitszeitregelungen gerufen. Ploß betonte in einem Interview mit der Bild vom 28. Januar die Dringlichkeit einer zügigen Umsetzung. Er ist überzeugt, dass die Neuregelung Unternehmen, die unter Personalmangel leiden, mehr Flexibilität verschaffen würde.

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Widerstand kommt von Gewerkschaften und den Grünen. Robert Feiger, Vorsitzender der IG BAU, warnt, die Reform werde für Beschäftigte, die ohne ausreichende Absicherung zurückblieben, Chaos bedeuten. Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Ver.di, mahnt, dass längere Arbeitszeiten die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden könnten. Die Gewerkschaften drohen mit Protesten und Streiks, falls das Gesetz verabschiedet wird.

Die geplante Reform würde einen tiefgreifenden Wandel in den deutschen Arbeitsregelungen bedeuten. Bei einer Verabschiedung könnten Unternehmen Arbeitszeiten flexibler gestalten, doch die Gewerkschaften bestehen darauf, dass die Änderungen die Gefahr einer Überlastung der Beschäftigten bergen. Die Regierung sieht sich nun von beiden Seiten unter Druck – während die Debatte weitergeht.