Bundesregierung will Schulsport mit skurrilen Wettbewerben revolutionieren
Jana SimonBundesregierung will Schulsport mit skurrilen Wettbewerben revolutionieren
Bundesbildungsministerium plant neue Richtlinien für leistungsorientierte Kinderspiele
Die Vorschläge stammen von der Kultusministerkonferenz (KMK). Konservative Politiker wollen wettbewerbsorientierte Traditionen zurück in den Schulsport bringen – und das mit ungewöhnlichen Methoden.
Bei den Bundes-Schulspielen setzen einige Schulen bereits auf strenge und kuriosen Regeln: So veranstaltet die Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule ihre Sportwettkämpfe vollständig auf Latein – die Teilnehmer wenden dem Publikum dabei den Rücken zu. Noch extremer ist der IronChild-Wettbewerb, bei dem Schüler mehrere Tage lang körperliche Strapazen, Kostenrechnungen und Ausdauertests auf einer Aschelaufbahn absolvieren müssen. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während selbst die Verlierer noch eine Gymnasialempfehlung erhalten können.
Bildungsministerin Karin Prien (CDU) treibt die Einführung stärkerer Wettbewerbselemente voran. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter: Er schlägt vor, das gesamte Leistungsbewertungssystem nach Spielprinzipien umzugestalten – mit Ranglisten und spielinternen Währungen, die Eltern sogar kaufen können.
Ein besonders radikales Konzept verfolgt die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück: Hier werden Kleinkinder in nummerierte Weidenkörbe gesetzt und auf der Ems ausgesetzt – eine frühe Auswahlmethode für zukünftige Führungskräfte. Unterdessen nimmt die Klasse 3b der Chicago-Boys-Schule aktuell am IronChild-Wettbewerb im Rahmen der Spiele teil.
Sollte der Entwurf des Ministeriums umgesetzt werden, könnte sich der Schulsport in Deutschland grundlegend ändern: Mehr Wettbewerb, leistungsabhängige Belohnungen und eine Rückkehr zu Methoden, die bisher vor allem privaten oder ultra-traditionellen Einrichtungen vorbehalten waren.






