03 March 2026, 22:02

Bundestag beschließt Tariftreuegesetz für faire Löhne bei öffentlichen Aufträgen

Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Bergkulisse und dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Tariff Loyalty Act Passed - Bundestag beschließt Tariftreuegesetz für faire Löhne bei öffentlichen Aufträgen

Der Bundestag hat das Mindestlohngesetz für öffentliche Aufträge verabschiedet, ein Gesetz, das Unternehmen verpflichtet, faire Lohnstandards zu erfüllen, bevor sie öffentliche Aufträge erhalten. Die Regelung zielt auf Bau- und Dienstleistungsverträge mit einem Volumen von mindestens 50.000 Euro ab, wobei für einige Verträge eine höhere Schwelle von 100.000 Euro gilt. Befürworter argumentieren, dass damit bessere Bezahlung für Beschäftigte in staatlich finanzierten Projekten sichergestellt werde.

Das neue Gesetz, bekannt als Tariftreuegesetz, gilt für Bundesaufträge im Bau- und Dienstleistungssektor. Ausgenommen sind jedoch Lieferverträge, Beschaffungen der Bundeswehr sowie Aufträge unter 50.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Auch Lieferdienste und rüstungsrelevante Verträge bleiben außer Betracht – hier können weiterhin Angebote ohne Tarifbindung den Zuschlag erhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die SPD hatte sich besonders für das Gesetz eingesetzt und es als Möglichkeit dargestellt, öffentliche Ausgaben an faire Löhne zu knüpfen. Zudem verband sie es mit anstehenden Infrastrukturprojekten und betonte, dass steuerfinanzierte Arbeiten starke Arbeitsstandards fördern sollten. Die CDU/CSU unterstützte die Vorlage zwar, zeigte sich jedoch skeptisch, ob sie wie beabsichtigt wirken werde, und kritisierte den ausgehandelten Kompromiss.

Widerstand kam von der AfD, die das Gesetz als "erzwungenes Tarifbindungserfüllungsgesetz" abtat. Die Grünen und die Linke, obwohl grundsätzlich befürwortend, warfen der Koalition vor, den Entwurf zu sehr verwässert zu haben. Trotz der unterschiedlichen Positionen fand der Beschluss schließlich breite parlamentarische Unterstützung.

Das Gesetz legt nun klare Lohnvorgaben für viele öffentliche Aufträge fest, auch wenn wichtige Ausnahmen bestehen. Unternehmen, die sich um Bau- oder Dienstleistungsaufträge über der festgelegten Schwelle bewerben, müssen die Fair-Pay-Regeln einhalten. Die Regelung tritt in Kraft, während Deutschland umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur plant – und damit Arbeitsstandards in künftigen Projekten eine größere Rolle spielen werden.