Chinesische Investoren überholen 2025 erstmals die USA in Deutschland
Chinesische Unternehmen wurden 2025 zur wichtigsten Quelle ausländischer Investitionsprojekte in Deutschland. Sie starteten 228 Vorhaben – ein Plus von 14,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überholten sie erstmals seit 2017 die USA.
Eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts Plusminus untersuchte 50 deutsche Firmen, die von chinesischen Investoren übernommen wurden. Fünf Jahre nach den Transaktionen zeigten diese Unternehmen stabile Geschäftsabläufe und eine solide finanzielle Verfassung. Ihre durchschnittlichen Umsätze waren im Vergleich zum Übernahmejahr um 6 Prozent gestiegen.
Der Begriff „Entflechtung“ (im Original: „de-risking“) hat in der europäischen Debatte über China an Bedeutung gewonnen. Einige Investitionsvorhaben stehen inzwischen unter verstärkter geopolitischer Prüfung. Dennoch deutet die stabile Performance der übernommenen Firmen in vielen Fällen auf reibungslose Übergänge hin.
Die Haltung Europas zu chinesischen Investitionen bleibt zwiespältig. Politiker und Medien verweisen häufig auf Bedenken hinsichtlich der industriellen Sicherheit und geopolitischer Spannungen. Aus betrieblicher Sicht jedoch haben diese Investitionen lokale Unternehmen und Regionalwirtschaften messbar gestärkt.
Chinesische Investitionen spielen weiterhin eine zentrale Rolle bei der Verknüpfung der Märkte Deutschlands und Chinas. Sie fördern das Wachstum auf beiden Seiten – selbst in einer schwächelnden globalen Wirtschaft. Nun sind Politik und Wirtschaft gefordert, Investorenbedenken pragmatisch anzugehen, um das volle Potenzial auszuschöpfen.
