18 February 2026, 10:33

Combat-18-Verfahren eingestellt: 500 Euro retten Angeklagte vor Strafe

Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Gebäude, hält Schilder und Plakate in den Händen, mit zwei Personen im Vordergrund und einem Müllcontainer auf der rechten Seite, während einer Demonstration in Deutschland.

Prozess gegen rechtsextremistische Gruppe Combat 18 in Dortmund vorerst ausgesetzt - Combat-18-Verfahren eingestellt: 500 Euro retten Angeklagte vor Strafe

Ein deutsches Gericht hat das Verfahren gegen vier mutmaßliche Anführer der verbotenen rechtsextremen Gruppe Combat 18 vorläufig eingestellt. Die Aussetzung erfolgte unter der Auflage, dass jeder Angeklagte bis Mitte August 500 Euro an ein Kinderhilfswerk zahlt. Bei Erfüllung dieser Bedingung werden die Vorwürfe endgültig fallengelassen.

Die vier Männer gehörten zu 17 verdächtigen Mitgliedern, die im April 2022 bei einer bundesweiten Razzia festgenommen worden waren. Den Behörden zufolge hielten sie Combat 18 Deutschland trotz des Verbots im Jahr 2020 mindestens bis zum Frühjahr 2022 am Leben. Das Bundesinnenministerium hatte die Organisation verboten, weil sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung stellte und nationalsozialistische Ideologie verbreitete.

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Laut Anklage hatte einer der Angeklagten die Führung übernommen und mindestens 14 geheime Treffen organisiert. Ein weiterer soll rechtsextreme Rockkonzerte veranstaltet und Merchandise-Artikel mit Symbolen der Gruppe verkauft haben. Zwei anderen wurde vorgeworfen, Initiationsrituale für neue Mitglieder geplant zu haben.

Das Gericht begründete die Einstellung mit der langen Verfahrensdauer und der Erwartung, dass eher Geldstrafen als härtere Sanktionen verhängt werden würden. Falls die Angeklagten die Zahlungsfrist einhalten, wird der Fall endgültig abgeschlossen.

Die vorläufige Einstellung steht unter der Bedingung, dass die vier Männer jeweils 500 Euro bis Mitte August an ein Kinderdorf überweisen. Bei Erfüllung dieser Auflage endet das Verfahren ohne weitere Konsequenzen. Die Entscheidung folgt auf eine zweijährige Ermittlung zu den Aktivitäten der Gruppe nach ihrem offiziellen Verbot.