12 March 2026, 18:17

Deutsche Nationalbibliothek droht Platzmangel – Erweiterungspläne gestoppt

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Bildern und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.

Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek - Deutsche Nationalbibliothek droht Platzmangel – Erweiterungspläne gestoppt

Die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig geht der Lagerfläche aus. Täglich erhält sie rund 13.100 neue deutschsprachige Publikationen – doch die geplante Erweiterung wurde nun abgesagt. Ohne zusätzlichen Platz warnen Verantwortliche, dass die Fähigkeit der Bibliothek, Bücher und Medien zu archivieren, gefährdet ist.

Aktuell lagert die Bibliothek wie gesetzlich vorgeschrieben zwei physische Exemplare jeder deutschen Veröffentlichung. Da eine Erweiterung jedoch ausbleibt, hat sie begonnen, Bestände an ihren zweiten Standort nach Frankfurt auszulagern. Diese Notlösung behebt das grundsätzliche Platzproblem jedoch kaum.

Kulturminister Wolfram Weimer schlägt eine Lösung vor: die Pflicht auf nur noch ein Exemplar zu reduzieren, vorzugsweise in digitaler Form. Sein Ziel ist es, das Pflichtexemplarsystem weitgehend auf digitale Formate umzustellen. Die Bibliothek kritisiert jedoch die Ablehnung ihrer Erweiterungspläne und argumentiert, dass alternative Lösungen ebenfalls mit hohen Kosten verbunden wären.

Das gestoppte Projekt sollte eigentlich Raum für künftige Sammlungen schaffen. Ohne die Erweiterung steht die Bibliothek weiterhin unter Druck, ihre überfüllten Archive zu verwalten.

Die Absage der Leipziger Erweiterung lässt der Bibliothek nur begrenzte Handlungsmöglichkeiten. Die Auslagerung von Büchern nach Frankfurt bringt zwar kurzfristige Entlastung, doch eine dauerhafte Lösung bleibt ungewiss. Änderungen im Lagerrecht oder bei der Digitalisierungspolitik werden nun eine entscheidende Rolle dabei spielen, wie die Bibliothek mit ihren wachsenden Beständen umgeht.

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