Deutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung trotz europäischer Energiekonflikte
Jonas SchmidtDeutschland beschleunigt Sefe-Privatisierung trotz europäischer Energiekonflikte
Deutschland treibt die Pläne zur Privatisierung von Sefe voran, der ehemaligen Gazprom-Tochter Gazprom Germania. Die Bundesregierung strebt an, durch eine Kapitalerhöhung zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro einzunehmen. Unterdessen halten die Energiekonflikte in Europa an: Moldau erwägt die Verstaatlichung ihres Gasversorgers Moldovagaz nach Spannungen mit Russlands Gazprom.
In Serbien hat die US-Regierung eine vorübergehende Ausnahmeregelung für Sanktionen gegen das russisch kontrollierte Ölunternehmen NIS um einen weiteren Monat verlängert, um Zeit für die Klärung der Eigentumsverhältnisse zu gewinnen.
Die deutsche Regierung muss ihren Anteil an Sefe bis Ende 2028 um mindestens 75 Prozent reduzieren. Der Privatisierungsprozess gewinnt angesichts steigender Gaspreise und anhaltender geopolitischer Spannungen an Dringlichkeit. Nach der geplanten Kapitalerhöhung sollen weitere Schritte – darunter ein möglicher Börsengang – den staatlichen Einfluss weiter verringern. Sefe verwaltet kritische Energieinfrastrukturen wie Gasspeicher, Pipelines und eine in Großbritannien ansässige Handelsabteilung.
Ursprünglich hatte das US-Finanzministerium Gazprom Neft eine Frist von 45 Tagen gesetzt, um seine Mehrheitsbeteiligung an der Naftna Industrija Srbije (NIS) zu veräußern. Nun wurde eine letzte einmonatige Fristverlängerung gewährt, die mögliche Sanktionen hinauszögert. Das serbische Ölunternehmen bleibt vorerst unter russischer Kontrolle, was seine künftigen Geschäfte erschwert.
In Moldau prüft die Regierung eine Verstaatlichung von Moldovagaz nach einem Streit mit Gazprom über angeblich ausstehende Schulden. Gazprom hält 50 Prozent des Unternehmens, der moldawische Staat 35,6 Prozent. Die verbleibenden 13 Prozent gehören Transnistrien, einer prorussischen Abspaltungsregion.
Die Privatisierung von Sefe wird die deutsche Energielandschaft neu gestalten, wobei Milliardeninvestitionen erwartet werden. Die US-Ausnahmeregelung für NIS schafft eine kurze Atempause, doch die Eigentumsfrage bleibt ungelöst. Moldaus mögliche Verstaatlichung von Moldovagaz spiegelt die größeren Spannungen um Gasversorgung und Kontrolle in Osteuropa wider.






