23 January 2026, 02:35

Deutschland plant strengere Social-Media-Regeln für Jugendliche nach australischem Vorbild

Ein Plakat, das das Affordable Connectivity Program bewirbt und den Text "Über 15 Millionen Haushalte angemeldet, um bei High-Speed-Internet zu sparen" sowie das Logo des Programms zeigt.

Altersgrenze für Social Media: Prien kündigt Mitte des Jahres Vorschlag an - Deutschland plant strengere Social-Media-Regeln für Jugendliche nach australischem Vorbild

Deutschland prüft strengere Regeln für die Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat Pläne angekündigt, Altersgrenzen einzuführen – inspiriert von Australiens jüngster Politik. Ein Expertengremium bewertet derzeit mögliche Maßnahmen, bevor bis Mitte 2026 konkrete Vorschläge vorgelegt werden sollen.

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Australien sorgte im Dezember für Schlagzeilen, als es als erstes Land ein Mindestalter von 16 Jahren für Social-Media-Konten festlegte. Seither wurden dort 4,7 Millionen Profile von Minderjährigen deaktiviert. Der Schritt hat weltweit Aufmerksamkeit erregt; nun zieht auch Großbritannien ähnliche Beschränkungen in Betracht.

In Deutschland gewinnt die Debatte unter Priens Führung an Fahrt. Die Ministerin betont, dass eine reine Altersgrenze allein nicht ausreiche. Stattdessen plädiert sie für eine umfassendere Strategie, die Aufklärung, Kontrollen und digitale Schutzmechanismen verbindet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) teilt die Bedenken, sich ausschließlich auf Altersprüfungen zu verlassen. Sie fordert stattdessen stärkere Medienkompetenzprogramme und schärfere Jugendschutzgesetze im digitalen Raum. Parallel hat Priens Ministerium ein Expertengremium beauftragt, verschiedene Optionen zu prüfen – darunter auch Mindestalterregelungen. Die Empfehlungen werden für Mitte 2026 erwartet.

Die deutschen Pläne knüpfen an die australischen Erfahrungen an, wo bereits Millionen Konten gelöscht wurden. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, könnten sie den Zugang junger Menschen zu sozialen Medien grundlegend verändern. Die endgültige Entscheidung hängt von den Ergebnissen des Gremiums und der politischen Zustimmung in den kommenden Jahren ab.