Deutschland startet revolutionären Markt für Momentanreserve zur Netzstabilisierung
Felix MaierDeutschland startet revolutionären Markt für Momentanreserve zur Netzstabilisierung
Deutschland startet neuen Markt für Momentanreserve
Am 22. Januar 2026 hat Deutschland einen neuen Markt für Momentanreserve eingeführt. Das System soll die Netzstabilität sichern, während konventionelle Kraftwerke zurückgehen und der Anteil erneuerbarer Energien steigt. Betreiber können nun feste Vergütungen erhalten, indem sie bei Frequenzschwankungen schnell auf Stromungleichgewichte reagieren.
Die Momentanreserve dient als Sofortmaßnahme gegen Leistungsungleichgewichte im Netz. Sie verhindert gefährliche Frequenzabweichungen, indem sie Energie kurzfristig aufnimmt oder abgibt. Besonders Batteriespeichersysteme eignen sich für diese Aufgabe, da sie nur wenig Energieinhalt benötigen – etwa 35 kWh für ein System mit 100 MW Leistung und 100 MWh Kapazität bei einer Aktivierungszeit von 25 Sekunden.
Der Markt bietet Festpreisverträge mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Die Vergütung liegt zwischen 76 und 888,5 Euro pro Megawatt-Sekunde und Jahr, was potenzielle Einnahmen von bis zu 36.000 Euro pro Megawatt und Jahr ermöglicht. Betreiber können ihre Erträge zusätzlich steigern, indem sie ungenutzte Wechselrichterkapazitäten oder Überlastfähigkeiten nutzen.
Trotz der finanziellen Anreize hatte bis zum 24. Februar 2026 noch kein Anbieter alle technischen Voraussetzungen vollständig erfüllt. Der Rückgang konventioneller Kraftwerke erhöht den Bedarf an solchen schnell reagierenden Reserven, weshalb dieser Markt ein zentraler Baustein der deutschen Energiewende ist.
Der Momentanreserve-Markt bietet Batteriespeicherbetreibern langfristige Einnahmechancen. Durch die festen Preise können sie die Netzstabilität unterstützen und gleichzeitig von planbaren Erträgen profitieren. Das System bleibt für neue Teilnehmer offen, während sich das Energiesystem weiterentwickelt.






