Deutschland will Alkohol für Minderjährige komplett verbieten – auch unter elterlicher Aufsicht
Jonas SchmidtDeutschland will Alkohol für Minderjährige komplett verbieten – auch unter elterlicher Aufsicht
Deutschland will die Alkoholgesetze für Minderjährige verschärfen – als Teil einer umfassenden Initiative zum Schutz junger Menschen vor Sucht. Ein Gesetzentwurf, der derzeit in der Abstimmung ist, sieht vor, die Regelung abzuschaffen, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Bier oder Wein zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien begründet die Änderung damit, dass dadurch Gesundheitsrisiken verringert und eine frühe Konfrontation mit alkoholverursachten Schäden eingedämmt werden sollen.
Die geplante Novelle des Jugendschutzgesetzes würde die langjährige Ausnahme für "beaufsichtigten Alkoholkonsum" streichen. Bisher dürfen Jugendliche ab 14 Jahren legal Bier, Wein oder Sekt trinken, wenn sie von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten begleitet werden. Nach den neuen Regeln wäre diese Praxis vollständig verboten.
Das Ministerium verweist auf Besorgnis erregende Gesundheitsrisiken, gewalttätiges Verhalten und Vernachlässigung in Verbindung mit frühem Alkoholkonsum. Beamte nennen steigende Suchtraten unter Jugendlichen als zentralen Grund für die Reform. Der Entwurf ist Teil eines größeren Gesetzespakets, das die Kinder- und Jugendhilfe stärken soll.
Deutschlands Schritt folgt einem europäischen Trend. Länder wie Belgien haben bereits strengere Grenzen eingeführt, das Mindestalter für Alkoholkonsum auf 18 oder 21 Jahre angehoben und werbung für Alkohol gezielt an Jugendliche verboten. Befürworter argumentieren, dass ein späterer Erstkontakt mit Alkohol Sucht, Gewalt und soziale Ungleichheit verhindern helfe. Der Bundestag soll noch vor Jahresende über den Entwurf abstimmen.
Falls das Gesetz verabschiedet wird, markiert es eine deutliche Wende in Deutschlands Umgang mit Alkoholkonsum bei Jugendlichen. Die Abschaffung des beaufsichtigten Trinkens soll eine Schlupflücke schließen, die Kritiker als Normalisierung von frühem Alkoholkonsum ansehen. Die Regierung setzt weiterhin auf präventive Maßnahmen, um junge Menschen vor langfristigen Schäden zu bewahren.






