DGB fordert Ausbildungsoffensive gegen Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern
Anton HuberDGB fordert Ausbildungsoffensive vor Landtagswahl - DGB fordert Ausbildungsoffensive gegen Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern
DGB stellt Forderungen zur Bewältigung der Arbeitsmarktprobleme in Mecklenburg-Vorpommern vor
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern angehen soll. Eine aktuelle Wirtschaftsumfrage zeigt, dass Unternehmen in der Region den Fachkräftemangel als großes Problem einstuften – er landet auf Platz fünf der drängendsten Sorgen. Zu den Vorschlägen des DGB gehören Initiativen zur Stärkung der Ausbildung sowie die Sicherung von Arbeitsplätzen für Auszubildende nach ihrem Abschluss.
Im Februar 2026 präsentierte der DGB vor Ort ein Zehn-Punkte-Programm an die Politik. Zu den zentralen Forderungen zählten eine "Ausbildungsoffensive", um mehr Lehrstellen zu schaffen, sowie eine "aktive Industriepolitik", um angeschlagene Branchen zu unterstützen. Die Gewerkschaft forderte zudem eine strengere Durchsetzung der Tariftreuegesetze und Maßnahmen, um die Schließung von Kitas zu verhindern – diese seien für berufstätige Eltern unverzichtbar.
Kritik übte der DGB am wachsenden Trend, dass Betriebe Auszubildende nach ihrer Lehre nicht übernehmen. Als Lösung schlug die Gewerkschaft einen "solidarischen Ausbildungsbeitrag" vor, der Unternehmen finanziell an der Ausbildung beteiligen würde. Die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern der Region haben sich dazu jedoch noch nicht öffentlich klar positioniert. Ähnliche Vorschläge waren in der Vergangenheit auf Widerstand von Wirtschaftsverbänden gestoßen, die zusätzliche Kosten und Bürokratie fürchten.
Eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern des Landes unterstreicht die Belastungen für die heimische Wirtschaft. Von knapp 900 befragten Unternehmen wurden die Lohnkosten als größtes Risiko für das Wirtschaftswachstum genannt. Knapp dahinter folgten Energie- und Rohstoffpreise, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie eine schwache Binnennachfrage. Der Fachkräftemangel, obwohl weiterhin bedeutend, rangierte auf Platz fünf der Sorgenliste.
Mit seinen Forderungen will der DGB die Ausbildung und Arbeitsplatzsicherheit in Mecklenburg-Vorpommern stärken. Sollten der vorgeschlagene Beitrag und die politischen Änderungen umgesetzt werden, könnten sie die Herangehensweise der Unternehmen an die Ausbildung grundlegend verändern. Bisher bleibt die Reaktion der Wirtschaftsverbände jedoch abwartend – die Zukunft dieser Maßnahmen ist damit noch offen.
