02 April 2026, 14:15

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland betroffen

Eine Karte von Australien, die Staaten mit roten Bereichen zeigt, die den Prozentsatz von Minderjährigen anzeigen, begleitet von Text über einvernehmlichen Sex und die Registrierung von Sexualstraftätern.

Digitale sexualisierte Gewalt: Jeder zweite Jugendliche in Deutschland betroffen

Fast die Hälfte aller jungen Menschen in Deutschland war bereits von sexualisierter Gewalt im Internet betroffen – das ergab eine aktuelle Studie. Das Thema rückt seit den öffentlichen Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, stärker in den Fokus. Nun mehren sich die Forderungen nach besserer Prävention, sowohl in Familien als auch in Schulen.

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Die Jugendsexualitätsstudie des Bundeszentralamts für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt das Ausmaß des Problems: Fast jeder zweite junge Mensch hat bereits Formen digitaler sexualisierter Gewalt erlebt. Besonders verbreitet ist Cybergrooming, bei dem Täter Kinder und Jugendliche in Chats gezielt ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen. Bis 2025 gaben fast ein Viertel der Minderjährigen an, davon betroffen gewesen zu sein.

Viele Vorfälle spielen sich auch in Freundeskreisen oder Klassenchats ab – oft aus Naivität statt mit böser Absicht. Lehrer fühlen sich häufig überfordert und wissen nicht, wie sie eingreifen sollen. Gleichzeitig bleibt die Präventionsarbeit lückenhaft. Yasmina Ramdani führte in Thüringen drei Jahre lang Workshops zum Thema digitale sexualisierte Gewalt durch und erreichte rund 5.000 Schüler. Doch es gibt keine zentralen Daten darüber, wie viele Schulen in Deutschland ähnliche Programme anbieten – die Umsetzung hängt meist von Einzelinitiativen ab, nicht von einer bundesweiten Strategie.

Fachleute betonen, dass die Verantwortung über die Schulen hinausgeht. Eltern werden aufgefordert, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen. Auch Tech-Konzerne, deren Geschäftsmodelle solche Übergriffe begünstigen können, stehen in der Kritik, weil sie zu wenig für den Schutz der Nutzer tun.

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft Tausende junge Menschen – doch die Prävention bleibt unzureichend. Zwar haben einige Schulen Workshops eingeführt, doch es braucht mehr Engagement von Eltern, Lehrkräften und Technologieunternehmen. Ohne abgestimmte Maßnahmen wird sich das Problem weiter verschärfen.

Quelle