Digitaler Steuerbescheid wird 2027 Pflicht – was sich für Bürger ändert
Anton HuberDigitaler Steuerbescheid wird 2027 Pflicht – was sich für Bürger ändert
Deutschlands Umstieg auf ein vollständig digitales Steuerbescheid-System verzögert sich bis 2027
Die Einführung eines voll digitalisierten Steuerbescheid-Systems in Deutschland wird auf das Jahr 2027 verschoben. Die Änderung ist Teil des DIVA-Projekts (Digitaler Verwaltungsakt), das die Modernisierung der Steuerverwaltung im gesamten Land vorantreibt. Die Behörden haben die Übergangsphase verlängert, um Steuerzahlern, Beratern und Behörden einen reibungsloseren Anpassungsprozess zu ermöglichen.
Das digitale System, das im Rahmen von DIVA entwickelt wird, wird Steuerbescheide künftig direkt in die ELSTER-Portal-Postfächer der Nutzer übermitteln. Diese Umstellung wird von Bund und Ländern im Zuge umfassender IT-Reformen vorangetrieben, zu denen auch das KONSENS-Programm gehört. Sobald die Bescheide verarbeitet sind, können Steuerzahler sie sofort abrufen – was die Finanzplanung beschleunigen soll.
2026 gelten noch die bisherigen Regeln: Steuerzahler müssen die digitale Zustellung aktiv wählen. Ab 2027 wird der digitale Bescheid jedoch zum Standard, während Papierversionen nur noch auf Antrag erhältlich sein werden. Die Frist für mögliche Einsprüche beginnt dabei bereits mit dem Eintrag im ELSTER-Postfach – selbst wenn der Steuerzahler die Nachricht noch nicht geöffnet hat.
Die verlängerte Übergangsphase soll allen Beteiligten den Umstieg erleichtern. Steuerzahler werden nun aufgefordert, sich frühzeitig mit dem ELSTER-Portal vertraut zu machen, bevor das neue System vollständig in Kraft tritt.
Die Verschiebung gibt Steuerzahlern und Behörden mehr Zeit, sich auf die digitale Umstellung vorzubereiten. Ab 2027 werden die meisten Bescheide online eingehen, während Papierdokumente nur noch auf Wunsch ausgestellt werden. Die Änderung soll die Steuerprozesse effizienter gestalten und die Abhängigkeit von physischen Unterlagen verringern.
