06 March 2026, 06:17

Digitaler Zwilling in Lüneburg macht Stromnetze 20 Prozent effizienter

Eine elektrische Umspannstation auf einem Feld, umgeben von Transformatoren, Strommasten, Kabeln, Schildern, einem Zaun.

300 Umspannstellen für Pilotprojekt digitalisiert - Digitaler Zwilling in Lüneburg macht Stromnetze 20 Prozent effizienter

Digitaler Zwilling in Norddeutschland revolutioniert Stromnetze

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Ein Projekt mit digitalen Zwillingen in Norddeutschland verändert die Art und Weise, wie Stromnetze mit der steigenden Nachfrage umgehen. Durch die Echtzeit-Erfassung des Verbrauchs hilft das System, Überlastungen zu vermeiden und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen. Die Pilotinitiative in der Region Lüneburg hat die Netzeffizienz seit 2022 bereits um bis zu 20 Prozent gesteigert.

Das Vorhaben startete 2022, um den stark wachsenden Strombedarf zu bewältigen – angetrieben durch Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und dezentrale Solaranlagen. Vor dem Pilotprojekt lag die Auslastung des Netzes in Lüneburg bei etwa 85 Prozent der Kapazität. Bis 2025 werden Spitzenlasten von über 100 Prozent erwartet, was das System an seine Grenzen bringen würde.

Um dies zu steuern, wurden 300 herkömmliche Umspannstationen digitalisiert, davon 170 neu errichtet und 130 modernisiert. Jede Station ist mit Kunstwerken versehen, um Vandalismus vorzubeugen, und beherbergt intelligente Sensoren. Diese liefern Live-Daten an den digitalen Zwilling, sodass Netzbetreiber Verbrauch, Analysen und Anpassungen in Echtzeit vornehmen können.

Der Umstieg auf erneuerbare Energien macht die Nachfrage zudem schwerer vorhersehbar. Dach-Solaranlagen und Wärmepumpen erzeugen lokale Stromspitzen, die der digitale Zwilling ausgleicht. Durch die Erfassung von Verbrauchsmustern ermöglicht das System gezielte Netzerweiterungen und verringert das Risiko von Stromausfällen.

Im Vergleich zu den Werten vor 2022 hat das Pilotprojekt in Lüneburg die Netzauslastung bereits um 15 bis 20 Prozent erhöht. Mit Echtzeit-Steuerung und datengestützter Planung bietet das Projekt ein Modell für die Bewältigung künftiger Energieanforderungen. In der nächsten Phase soll die Technologie auf andere Regionen ausgeweitet werden, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Quelle