DJV prangert Medienunterdrückung in Venezuela an und fordert Pressefreiheit
Jana SimonVerband Deutscher Journalisten: Venezuela muss sich für Journalisten öffnen - DJV prangert Medienunterdrückung in Venezuela an und fordert Pressefreiheit
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die venezolanische Regierung scharf für ihren Umgang mit Reporterinnen und Reportern kritisiert. Erst kürzlich waren vierzehn Journalisten unter dem Vorwurf festgenommen worden, mit den USA zusammenzuarbeiten. Der DJV fordert nun umgehende Lockerungen der Pressebeschränkungen im Land.
Die vorübergehenden Festnahmen verurteilte der DJV als Teil einer umfassenderen Unterdrückung unabhängiger Berichterstattung. Die venezolanischen Behörden würden sich dem Verband zufolge auf gefilterte Informationen stützen – entweder aus Regierungsquellen oder von ausländischen Militärstellen. Dadurch entstehe kein klares und realistisches Bild der Lage im Land, so die Kritik.
Als Reaktion darauf forderte der DJV die Regierung in Caracas auf, die aktuellen Einreisebeschränkungen für westliche Auslandskorrespondenten aufzuheben. Internationale Journalisten müssten das Recht erhalten, frei in Venezuela zu berichten, betonte der Verband. Zudem prangerte er eine "Hexenjagd" auf kritische Stimmen an. Neben den Festnahmen verwies der DJV auf anhaltende Zensurmaßnahmen, die die Pressefreiheit weiter einschränken. Unabhängiger Journalismus sei unter solchen Bedingungen nicht möglich, hieß es. Wann venezolanische Behörden zuletzt eine Pressekonferenz mit uneingeschränktem Zugang für ausländische Medien abgehalten hätten, konnte der Verband nicht angeben.
Zu den Forderungen des DJV gehören die Wiedereröffnung der Grenzen für ausländische Reporter sowie ein Stopp der Zensur. Nur durch uneingeschränkte und vor-Ort-Berichterstattung lasse sich ein wahrheitsgetreues Bild der Situation in Venezuela vermitteln, so die Überzeugung des Verbands. Die Stellungnahme reiht sich ein in eine wachsende Besorgnis über die Unterdrückung der Medien im Land.
