15 February 2026, 12:39

DOSB und Deutsche Bahn liefern sich Streit um umstrittene Olympia-Werbeaktion

Eine schwarze und goldene Nadel mit den Worten 'München 1972 Olympische Spiele' auf einem weißen Hintergrund.

Olympia-Team ärgerlich über Deutsche Bahn-Kampagne: 'Nicht der richtige Weg' - DOSB und Deutsche Bahn liefern sich Streit um umstrittene Olympia-Werbeaktion

Deutscher Olympischer Sportbund und Deutsche Bahn streiten sich wegen Werbekampagne für die Olympischen Winterspiele 2026

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Deutsche Bahn geraten wegen einer Werbeaktion im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen 2026 aneinander. Der staatliche Bahnkonzern hatte ein vergünstigtes Probeangebot für die BahnCard Gold gestartet, das an Tagen, an denen deutsche Athlet:innen Gold gewinnen, kostenlose Fernreisen ermöglicht – doch DOSB-Präsident Otto Fricke bezeichnete den Schritt als "schlichtweg schamlos" und warf dem Unternehmen Ambush-Marketing vor.

Die Deutsche Bahn bot vom 16. Januar bis 5. Februar eine zeitlich begrenzte "Probe-BahnCard Gold" für 19,90 Euro an. Im Rahmen der Aktion wurden an Tagen mit deutschen Goldmedaillen kostenlose Fahrten versprochen. Ein Werbespot zur Kampagne zeigte sogar sechs deutsche Olympionik:innen – Kati Wilhelm, Viktoria Rebensburg, Markus Wasmeier, Sven Hannawald, André Lange – sowie den Paralympics-Sieger Gerd Schönfelder.

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DOSB-Chef Fricke kritisierte die Aktion als "nicht fair", da sie den Erfolg der Sportler:innen ausnutze, ohne etwas zurückzugeben. Er erklärte, der Verband habe offiziell Beschwerde eingelegt, jedoch keine angemessene Reaktion erhalten. Zudem betonte Fricke, dass die Deutsche Bahn keine Erlöse aus der Kampagne in die Förderung des Sports fließen lasse.

Statt auf Werbegags zu setzen, forderte er den Konzern auf, in den Breitensport zu investieren. Die deutschen Athlet:innen bräuchten dringend finanzielle Unterstützung, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Die Bahn verteidigte sich hingegen und behauptete, man habe "größten Respekt" vor den Leistungen der Sportler:innen.

Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen kommerziellen Werbestrategien und der Finanzierung des Sports. Während die Kampagne der Deutschen Bahn weiterläuft, besteht der DOSB darauf, dass das Unternehmen direkt in die Förderung des Spitzensports investieren solle. Eine Einigung zwischen beiden Seiten steht bisher aus.