07 January 2026, 11:27

Elektronische Patientenakte: Warum nur 3,6 Prozent der Versicherten sie nutzen

Ein Tisch mit einem Telefon und Papieren darauf.

Bericht: Weniger als vier Prozent der Versicherten nutzen elektronische Patientenakten - Elektronische Patientenakte: Warum nur 3,6 Prozent der Versicherten sie nutzen

Elektronische Patientenakte in Deutschland: Nur ein Bruchteil nutzt das System aktiv

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Seit Anfang 2025 steht die elektronische Patientenakte (ePA) allen Versicherten in Deutschland zur Verfügung – sofern sie nicht explizit widersprochen haben. Obwohl für rund 70 Millionen Menschen Konten angelegt wurden, nutzt nur ein kleiner Teil das System tatsächlich. Aktuelle Zahlen großer Krankenversicherungen zeigen nun, wie gering die Beteiligung nach wie vor ist.

Die ePA ermöglicht Versicherten, ihre Gesundheitsdaten einzusehen, Dokumente hochzuladen und zu steuern, welche Ärzte Zugriff auf ihre Akten erhalten. Seit Oktober 2025 sind Arztpraxen und Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, die Akten mit relevanten Informationen zu befüllen.

Doch die Daten von drei der größten Krankenversicherungen Deutschlands zeichnen ein ernüchterndes Bild: Bei der Barmer, die acht Millionen ePA-Konten verwaltet, sind lediglich 440.000 Nutzer aktiv. Die Techniker Krankenversicherung (TK) verzeichnet 850.000 aktive Nutzer bei 11,5 Millionen angelegten Konten. Die AOK, der größte Anbieter, zählt 365.000 aktive Nutzer unter 26 Millionen Konten. Insgesamt nutzen derzeit nur 3,6 Prozent der im gesetzlichen Gesundheitssystem Versicherten die ePA – ein Anstieg um gerade einmal einen Prozentpunkt seit Juli 2025. Bereits im September 2025 hatte die Deutsche Aidshilfe festgestellt, dass die Mehrheit der Versicherten das System trotz flächendeckender Einführung nicht nutzt.

Die neuesten Zahlen bestätigen, dass die ePA auch Monate nach dem vollständigen Rollout kaum genutzt wird. Da die Zahl der aktiven Nutzer seit Mitte 2025 nur minimal gestiegen ist, hinkt die Akzeptanz des Systems weiterhin hinterher. Krankenversicherungen und Politiker stehen nun vor der Herausforderung, die Millionen Versicherten mit Zugang zur ePA stärker zur Nutzung zu motivieren.