11 January 2026, 18:36

EU-Mercosur-Abkommen unter Dach und Fach: Chancen und Ängste der Landwirte bleiben

Eine Liniengrafik auf einem weißen Hintergrund mit der Beschriftung "EU-Importe und Nicht-EU-Handel" mit einer blauen Linie für Importe und einer roten Linie für Exporte, die beide einen Anstieg über die Zeit zeigen.

Minister: Mercosur Deal Gut für Thüringen - EU-Mercosur-Abkommen unter Dach und Fach: Chancen und Ängste der Landwirte bleiben

Die EU-Mercosur-Handelsvereinbarung wurde von den Mitgliedstaaten gebilligt und ebnet damit den Weg für ihre Unterzeichnung in Paraguay an diesem Wochenende. Das Abkommen schafft die größte Freihandelszone der Welt und umfasst über 700 Millionen Menschen in Europa und Südamerika. Deutsche Landwirte hatten vor der Abstimmung Bedenken geäußert, da sie Konkurrenz durch günstigere Importe fürchten.

In den Verhandlungen wurden Anpassungen vorgenommen, um diese Sorgen zu mildern, darunter Beschränkungen der Importmengen für südamerikanische Agrarprodukte. Ziel des Abkommens ist es, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten – Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay – abzubauen. Zwar bleiben für Landwirte gewisse Wettbewerbsdrucke bestehen, doch sieht das Abkommen keine vollständige Marktliberalisierung für Agrarerzeugnisse vor.

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John betonte die wirtschaftlichen Vorteile für die Region. Das Abkommen reduziere die Abhängigkeit von China und den USA und sichere den Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium. Um neue Chancen zu erschließen, plant Thüringen für Ende 2026 eine Delegationsreise in die Mercosur-Region, da die Beziehungen dorthin in den letzten Jahren nachgelassen hätten. Die Ministerin hob zudem hervor, dass europäische Exporteure bestimmter Agrarprodukte besseren Marktzugang erhalten würden. Trotz anfänglicher Proteste der Landwirte werde das Abkommen der thüringischen Wirtschaft und anderen EU-Regionen insgesamt neuen Schwung verleihen.

Die Unterzeichnung des Abkommens ist für Samstag vorgesehen und markiert einen bedeutenden Schritt in den Handelsbeziehungen zwischen der EU und Südamerika. Die für 2026 geplante Delegationsreise Thüringens soll der Partnersuche und der Erschließung neuer wirtschaftlicher Möglichkeiten dienen. Zudem zielt das Abkommen darauf ab, Handelsrouten zu diversifizieren und den Zugang zu essenziellen Ressourcen zu stärken.

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