06 March 2026, 16:17

Europas maritime Zukunft: Kann die neue Strategie Asiens Dominanz bremsen?

Ein Papier, das eine Karte der britischen und spanischen Flotte im Mittelmeer zeigt, mit mehreren Schiffen im Hintergrund und begleitendem Text, der die Schiffe detailliert.

Europas maritime Zukunft: Kann die neue Strategie Asiens Dominanz bremsen?

Die globale Schifffahrtsindustrie hat sich dramatisch gewandelt: Asien kontrolliert heute den überwiegenden Teil der Produktion von Handelsschiffen. Mit einer neuen Europäischen Maritimstrategie will der Kontinent seinem schrumpfenden Marktanteil entgegenwirken – ein Rückgang von etwa 45 Prozent in den 1980er-Jahren auf weniger als 5 Prozent heute. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine Stärken in hochtechnologischen und spezialisierten maritimen Bereichen verteidigen will.

Asiens Vorherrschaft im Schiffbau hat sich kontinuierlich ausgebaut: 2021 entfielen 94 Prozent des Weltmarktes auf China, Japan und Südkorea. Allein China hielt damals einen Anteil von 41,1 Prozent. Die Asiatisch-Pazifische Region dominiert zudem weiterhin zentrale Segmente: 2023 waren es 52,46 Prozent bei Hochseeschiffen, 2022 60,53 Prozent bei Frachtschiffen und 2024 voraussichtlich 47,89 Prozent bei Containerschiffen. Europas kommerzieller Schiffbau ist dagegen geschrumpft, doch der Kontinent bleibt führend bei Luxusyachten, Marineschiffen und Forschungsschiffen.

Die Europäische Kommission hat kürzlich eine neue Maritimstrategie vorgelegt, die eine strukturierte Industriepolitik für den Sektor vorschlägt. Dies folgt auf Warnungen vor der Verwundbarkeit der Branche angesichts geopolitischer Spannungen und Lieferkettenstörungen – besonders wegen ihrer Abhängigkeit von importierten Rohstoffen. Europa glänzt nach wie vor mit hochtechnologischen Innovationen, etwa in der Unterwasserrobotik, im maritimen Maschinenbau und bei Spezialschiffen.

Doch die Branche steht vor einem gravierenden Fachkräftemangel: Schätzungsweise 40 Prozent der maritimen Belegschaft Europas werden in den nächsten zehn Jahren in Rente gehen. Bremen, ein zentraler maritimer Standort, beherbergt über 1.300 Unternehmen mit mindestens 40.000 Beschäftigten. André Grobien, Präsident der Industrie- und Handelskammer Nord (IHK Nord), betont die strategische Bedeutung der Branche für Europas wirtschaftliche und technologische Souveränität.

Die neue Europäische Maritimstrategie zielt darauf ab, die Position des Kontinents in hochtechnologischen maritimen Bereichen zu stärken. Während Asien den kommerziellen Schiffbau dominiert, setzt Europa auf Innovation und Spezialschiffe als Weg in die Zukunft. Der Erfolg dieses Ansatzes hängt davon ab, den Fachkräftemangel zu bewältigen und die technologische Führerschaft in Schlüsselbereichen zu halten.

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