01 February 2026, 14:31

Evonik-Chef Kullmann warnt vor Annäherung der deutschen Unternehmen an die AfD

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen vor Annäherung an AfD - Evonik-Chef Kullmann warnt vor Annäherung der deutschen Unternehmen an die AfD

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat sich gegen die wachsenden Verbindungen zwischen mittelständischen deutschen Unternehmen und der rechtsextremen AfD ausgesprochen. Seine Äußerungen folgen auf eine Kontroverse um eine Veranstaltung des Verbands der Familienunternehmen, der AfD-Abgeordnete für eine parlamentarische Zusammenkunft im nächsten Jahr eingeladen hatte.

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Kullmann warnte, einige Unternehmen würden aus Angst vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zunehmend autoritäre Lösungen suchen. Er forderte die deutsche Industrie auf, jede Zusammenarbeit mit der AfD abzulehnen, und verlangte eine klare Haltung gegen die Partei.

Der Verband der Familienunternehmen war nach der Ankündigung, im Oktober 2025 AfD-Politiker zu empfangen, mit massiver Kritik konfrontiert worden. Mehrere prominente Mitglieder traten aus Protest aus der Vereinigung aus. Trotz der Debatte hat sich seitdem kein mittelständisches deutsches Unternehmen öffentlich zur Unterstützung der AfD bekannt – seit 2023 gab es keine entsprechenden Erklärungen.

Evonik, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro erzielte und über 30.000 Mitarbeiter beschäftigt, zählt weiterhin zu den größten Unternehmen Deutschlands. Größter Anteilseigner ist die RAG-Stiftung, die knapp 47 Prozent des Konzerns hält.

Kullmanns Kritik unterstreicht die Spannungen zwischen Wirtschaftseliten und dem rechten Lager. Die Diskussion kommt zu einer Zeit, in der wirtschaftliche Unsicherheiten manche Unternehmen in Richtung radikalerer politischer Positionen drängen. Bisher hat sich jedoch kein großes Unternehmen offen mit der AfD verbündet.