Ex-Berater von Merkel und Obama warnen vor Trumps Einfluss auf Europa
Jonas SchmidtEx-Berater von Merkel und Obama warnen vor Trumps Einfluss auf Europa
Zwei ranghohe Diplomaten haben europäische Führungskräfte aufgerufen, sich für einen Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen einzusetzen. Christoph Heusgen und Philip Murphy, ehemalige Berater von Angela Merkel und Barack Obama, warnen, dass Donald Trumps Politik die transatlantischen Beziehungen gefährdet. Ihr Appell erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über die sich wandelnde Haltung der USA zur NATO und zur globalen Diplomatie.
Heusgen und Murphy argumentieren, dass Trumps Herangehensweise Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandle. Sie verweisen auf seine wiederholte Kritik an der NATO sowie auf Handelsstrategien, die die Beziehungen zur EU belasten. Die Diplomaten weisen zudem auf seine Versuche hin, die Gewaltenteilung auszuhebeln – etwa durch Druck auf die Justiz und die Umgehung des Kongresses.
Als mögliche Lösung schlagen sie eine von Deutschland angeführte Strategie vor, um den UN-Sicherheitsrat in Partnerschaft mit den USA zu reformieren. Sie betonen die Notwendigkeit, Unilateralismus zu widerstehen und die Herrschaft des Rechts gegen das zu verteidigen, was sie als „Recht des Stärkeren“ bezeichnen. Ein Sieg der Demokraten, so ihre Überzeugung, würde dem Bündnis wieder Stabilität verleihen und die Handelsbeziehungen verbessern.
Das Duo zeigt sich optimistisch, dass die Demokraten im November die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückgewinnen könnten. Zudem sehen sie eine Chance für die Partei, auch den Senat zu erobern – was die US-Außenpolitik wieder stärker auf Kooperation mit Europa ausrichten könnte.
Der Appell der Diplomaten spiegelt eine breitere Verunsicherung über Trumps Einfluss auf globale Partnerschaften wider. Ein demokratischer Wahlsieg, so ihre Einschätzung, würde das Bekenntnis der USA zur NATO erneuern und das Vertrauen der europäischen Verbündeten wiederherstellen. Ihre Strategie setzt darauf, dass die Zwischenwahlen die Politik der aktuellen Regierung bremsen werden.






