Felbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was das für Deutschland bedeutet
Anton HuberFelbermayrs radikale Rentenreform: Später in Pension, weniger Beamte – was das für Deutschland bedeutet
Der Ökonom Gabriel Felbermayr hat mehrere Vorschläge zur Reform des deutschen Renten- und Beamtenwesens vorgelegt. Dazu gehören die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie die Anpassung der jährlichen Rentenerhöhungen an die Inflation statt an die Lohnentwicklung.
Felbermayr plädierte dafür, das Renteneintrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Für jedes zusätzlich gewonnene Lebensjahr schlägt er vor, einen Teil dieser Zeit als zusätzliche Arbeitsjahre einzurechnen.
Zudem empfahl er eine Änderung der jährlichen Rentenanpassung. Statt die Erhöhungen wie bisher am durchschnittlichen Lohnwachstum auszurichten, solle künftig die Inflation als Maßstab dienen. Dies würde, so Felbermayr, verhindern, dass Rentner Kaufkraft verlieren, und gleichzeitig öffentliche Mittel schonen.
Bei der Reform des Beamtenwesens kritisierte Felbermayr die hohe Zahl verbeamterter Beschäftigter in Deutschland. Dies erzeuge den Eindruck einer zweiklassigen Gesellschaft, argumentierte er. Als Lösung schlug er vor, den Beamtenstatus auf hoheitliche Aufgaben zu beschränken – etwa für Polizisten und Richter.
Als Vorbild nannte er Österreich und andere OECD-Länder. Deutschland solle deren Beispiel folgen und die Zahl der Beamten reduzieren, forderte Felbermayr. Forderungen, Beamte in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, wies er als Ablenkung von den eigentlichen Problemen zurück.
Ziel von Felbermayrs Vorschlägen ist es, die Rentenkosten zu stabilisieren und Ungleichheiten im öffentlichen Sektor abzubauen. Seine Empfehlungen umfassen eine Reform der Rentenanpassung sowie eine Beschränkung des Beamtenstatus. Diese Maßnahmen, so seine Überzeugung, würden Deutschland an internationale Standards angleichen.
