07 April 2026, 16:16

Finanzkrise im Gesundheitswesen: Experten fordern radikale Reformen bis 2030

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo darüber.

Finanzkrise im Gesundheitswesen: Experten fordern radikale Reformen bis 2030

Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hat weitreichende Reformen im Gesundheitswesen vorgeschlagen, um eine wachsende Finanzkrise zu bewältigen. Ohne Änderungen droht dem System bis 2027 ein Fehlbetrag von 15 Milliarden Euro und bis 2030 von über 40 Milliarden Euro. Die Pläne sehen höhere Kosten für Patientinnen und Patienten, Arbeitgeber sowie Branchen wie Tabak- und Zuckerhersteller vor.

Laut dem Bericht der Kommission stehen Versicherte und ihre Arbeitgeber vor deutlichen Beitragserhöhungen. Schon im nächsten Jahr sollen die Abgaben um 260 Euro steigen, bis 2030 sogar um zusätzliche 680 Euro. Diese Anpassungen sollen die stark steigenden Gesundheitsausgaben ausgleichen.

Ärzte, Krankenhäuser und Pharmaunternehmen müssten Einsparungen in Höhe von 19 Milliarden Euro tragen. Weitere 12 Milliarden Euro sollen aus Bundessteuermitteln fließen, um die Krankenversicherung für Bezieher von Grundsicherungsleistungen zu finanzieren. Auch Patientinnen und Patienten würden mehr für Rezepte zahlen, was etwa 4 Milliarden Euro zusätzlich einbringt.

Um unnötige Eingriffe zu reduzieren, schlägt der Bericht vor, vor planbaren Knieoperationen eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Studien zeigen, dass 85 Prozent der Patienten nach einer solchen Konsultation auf eine OP verzichten – ein Potenzial für Millardeneinsparungen. Zusätzliche Einnahmen sollen durch höhere Steuern auf Tabak und Alkohol sowie eine neue Abgabe von 32 Cent auf zuckerhaltige Getränke generiert werden.

Werden die Reformen vollständig umgesetzt, könnten bereits im nächsten Jahr 42 Milliarden Euro und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro eingespart werden. Gesundheitsministerin Nina Warken wird die Vorschläge nun prüfen und mit den Koalitionspartnern über die Umsetzung verhandeln.

Die Reformen würden die Kosten auf Patientinnen und Patienten, Arbeitgeber sowie Industriezweige verlagern und gleichzeitig unnötige Ausgaben reduzieren. Die Umsetzung hängt von politischen Vereinbarungen ab – die Ministerin wird entscheiden, welche Maßnahmen verfolgt werden. Ziel ist es, die Finanzierung des Gesundheitssystems zu stabilisieren, doch die Belastungen werden für alle Beteiligten steigen.

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