Allein auf Armee-Betten: Obdachlose suchen Zuflucht in der Kirche - Frankfurter Kirche wird zur Rettung für Obdachlose im Winter
Kirche im Frankfurter Bahnhofsviertel öffnet Türen für Obdachlose in den Wintermonaten
Eine Kirche im Frankfurter Bahnhofsviertel bietet in den kalten Wintermonaten Obdachlosen eine Zuflucht. Die von der Arbeitsagentur Frankfurt und Offenbach betriebene Notunterkunft gewährt Wärme und grundlegende Versorgung für Menschen, die auf der Straße leben. Bei sinkenden Temperaturen dient die Einrichtung von Oktober bis März jede Nacht bis zu 47 Personen als vorübergehender Schutzraum.
Normalerweise für Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt, ist die Kirche nun für Menschen wie Fortes Erikson überlebenswichtig. Der 34-jährige Mann aus Kap Verde ist seit Monaten auf der Suche nach Arbeit durch Europa gereist. Ohne feste Adresse oder Zugang zu Sozialleistungen gestaltet sich die Jobsuche oder die Suche nach einer dauerhaften Wohnung für viele als nahezu unmöglich – manche rutschen dadurch in die Drogenabhängigkeit ab.
Robi, ein 23-Jähriger, hat auf Baustellen und für einen Paketdienst in Deutschland gearbeitet, behauptet jedoch, nie vollständig bezahlt worden zu sein. Jetzt obdachlos, sucht er verzweifelt nach Arbeit, um zu seiner Familie nach Rumänien zurückkehren zu können. Ein weiterer Mann, Valeri, 37, aus Bulgarien, will Deutschland ganz verlassen – das Leben auf der Straße sei hier unerträglich, sagt er. Mitte Januar zählte Frankfurt fast 300 Obdachlose, davon verbrachten 66 die Nacht im Freien.
Christiane Wirtz von der Arbeitsagentur Frankfurt und Offenbach erklärt, dass Obdachlosigkeit oft auf Arbeitslosigkeit, persönliche Krisen oder andere Notlagen zurückgeht. Die Unterkunft bietet Tee, Decken und Feldbetten, doch langfristige Lösungen fehlen. Sozialorganisationen wie Arbeitsagentur und Caritas betreiben im Auftrag der Stadt Notunterkünfte in ganz Frankfurt. Standorte können über das Sozialdezernat oder Kältehilfe-Hotlines erfragt werden, damit Betroffene wissen, wohin sie sich wenden können.
Die Notunterkunft im Bahnhofsviertel leistet zwar Soforthilfe, doch die Herausforderungen für Menschen ohne Wohnung bleiben bestehen. Viele wie Robi und Valeri sehen sich mit Hürden bei der Arbeits- und Wohnungssuche konfrontiert, die sie in einer Spirale der Instabilität gefangen halten. Bis auf Weiteres bleibt die vorübergehende Zuflucht in der Kirche eine entscheidende Stütze während der härtesten Monate des Jahres.
