GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit neuen Forderungen und Führung
Anton HuberVerhandlungen zwischen Bahn und GDL über Lohnforderungen gestartet - kein Streik bis Ende Februar - GDL und Deutsche Bahn starten Tarifpoker mit neuen Forderungen und Führung
Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn und GDL in Berlin gestartet
Die Lohnverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben am Donnerstag im Berliner Hauptbahnhof begonnen. Es handelt sich um die erste Runde unter der neuen GDL-Führung, da Mario Reiß den langjährigen Vorsitzenden Claus Weselsky am Verhandlungstisch ablöst.
Beide Seiten haben sich eine zweimonatige Frist für die Gespräche gesetzt und bis Ende Februar einen Streikverzicht vereinbart. Bis zum Stichtag sind vierzehn Verhandlungsrunden geplant. Die GDL, die etwa 10.000 Beschäftigte – rund fünf Prozent der DB-Belegschaft – vertritt, fordert eine Lohnerhöhung von acht Prozent über zwölf Monate. Zu den konkreten Forderungen zählen eine Lohnerhöhung von 3,8 Prozent, höhere Zulagen, bessere Bezahlung für Ausbilder und Prüfer sowie eine zusätzliche Gehaltsstufe. Zudem verlangt die Gewerkschaft eine verbesserte Erstattung von Reisekosten und höhere Wohnzuschüsse.
Reiß skizzierte über die unmittelbaren Forderungen hinaus weitergehende Ziele: Er will Bahnberufe attraktiver gestalten und den Beschäftigten "finanzielle Sicherheit, Wertschätzung und eine nachhaltige Perspektive bis zum Rentenalter" sichern. Auf Seiten der Bahn signalisierte Personalvorstand Martin Seiler Gesprächsbereitschaft und betonte, das Unternehmen wolle "eine bessere Bahn" aufbauen. Die übrige Belegschaft der DB wird von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten.
Die Verhandlungen laufen bis Ende Februar, wobei beide Seiten sich vorläufig zu einem Streikmoratorium verpflichtet haben. Bei einer Einigung könnte dies die Gehaltsstrukturen und Arbeitsbedingungen für Tausende Bahnmitarbeiter grundlegend verändern. Gleichzeitig wird sich zeigen, wie erfolgreich die GDL unter ihrer neuen Führung agiert.
