Gedenkfeier in Itzehoe: Überlebender mahnt vor neuem Antisemitismus in Schleswig-Holstein
Felix MaierGedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe - Gedenkfeier in Itzehoe: Überlebender mahnt vor neuem Antisemitismus in Schleswig-Holstein
Gedenkveranstaltung in Itzehoe ehrt NS-Opfer – mit Fokus auf die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden in Schleswig-Holstein
Bei einer Gedenkfeier in Itzehoe wurde der Opfer des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein gedacht, insbesondere der sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die während der Schoa ermordet wurden. Die Landtagspräsidentin von Schleswig-Holstein, Kristina Herbst, würdigte Überlebende und warnte zugleich vor einem erneuten Erstarken des Antisemitismus in der Region Holstein Kiel.
Der 105-jährige Holocaust-Überlebende Nicolaus Blättermann schilderte seine erschütternden Erlebnisse von Verfolgung, Zwangsarbeit und Haft in Konzentrationslagern an der Ostsee. Der 1920 Geborene widmete sein Leben nach dem Krieg dem Wiederaufbau jüdischen Lebens in Bad Kreuznach.
Kristina Herbst bezeichnete Blättermanns lebenslanges Engagement als 'den größten Triumph über die Nazis'. Sie betonte, dass das Gedenken an die Millionen Opfer – jüdische Männer, Frauen und Kinder sowie andere verfolgte Gruppen – eine 'dauerhafte Verpflichtung der demokratischen Gesellschaft' bleibe. Zugleich äußerte sie Besorgnis über jüngste antisemitische Vorfälle in Schleswig-Holstein, darunter Schändungen von Gedenkstätten und öffentliche Hassbekundungen. Solche Taten gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und dürften niemals toleriert werden, warnte Herbst.
Die Veranstaltung machte sowohl das anhaltende Erbe der NS-Verbrechen als auch den fortwährenden Kampf gegen Antisemitismus in der Region Schleswig-Holstein deutlich. Herbsts Worte unterstrichen die Notwendigkeit wachsamer Verteidigung demokratischer Werte. Blättermanns Geschichte stand als Mahnmal für Widerstandsfähigkeit und die Bedeutung des Erinnerns an die Opfer des Holocaust in Schleswig-Holstein.
