Grüne fordern radikale Wende: 15 Gigawatt Windkraft und günstigeren Ökostrom für alle
Jonas SchmidtGrüne fordern beschleunigte Windkraft-Ausweitung und Recht auf Solaranschluss - Grüne fordern radikale Wende: 15 Gigawatt Windkraft und günstigeren Ökostrom für alle
Die Grünen haben eine Reihe mutiger Vorschläge vorgelegt, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland zu beschleunigen. Ihr Plan umfasst einen massiven Schub für die Windkraft an Land, günstigeren Strom für Haushalte sowie einen schnelleren Netzausbau. Die Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kritik an der Abhängigkeit der Regierung von fossilen Gaskraftwerken für die künftige Energieversorgungssicherheit wächst.
Im Mittelpunkt der Bestrebungen stehen bezahlbarere Strompreise und ein Netzsystem, das für saubere Energien gerüstet ist. Die Partei argumentiert, dass aktuelle Engpässe und hohe Kosten die Erreichung der Klimaziele behindern.
Eine zentrale Forderung ist die Erhöhung des jährlichen Ausschreibungsvolumens für Onshore-Windkraft von 10 auf 15 Gigawatt. Die Grünen sind überzeugt, dass dies den Ausbau beschleunigen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern würde. Zudem fordern sie die Abschaffung von Entschädigungszahlungen für temporäre Abschaltungen von Erneuerbaren-Energien-Anlagen – das freiwerdende Geld könnte ihrer Meinung nach sinnvoller eingesetzt werden.
Für Haushalte sehen die Pläne niedrigere Netzentgelte und eine Senkung der Stromsteuer vor. Ein "Solar-Bonus" von 600 Stunden kostenlosem Sommerstrom soll den Ausbau von Dachsolaranlagen fördern. Um dies zu unterstützen, setzt sich die Partei für ein gesetzlich verankertes Recht auf Anschluss privater Solaranlagen ans Stromnetz ein – kombiniert mit verbindlichen Fristen für Netzbetreiber bei der Bearbeitung von Anträgen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Plans ist der Netzausbau. Die Grünen fordern bis 2030 eine "Verteilnetz-Offensive", um Engpässe zu beseitigen, die den Transport erneuerbarer Energien bremsen. Bei neuen Übertragungsprojekten bevorzugen sie Freileitungen gegenüber teuren Erdkabeln, da dies den Bau beschleunigen und Kosten sparen würde. Zudem sollen mehr netzreaktive Speicherlösungen und intelligente Zähler dazu beitragen, Angebot und Nachfrage besser auszubalancieren.
Die Vorschläge setzen die Bundesregierung unter Druck, die sich bisher noch nicht öffentlich zum 15-Gigawatt-Windziel oder zur Abschaffung der Abschaltentschädigungen geäußert hat. Zwar unterstützt der Koalitionsvertrag grundsätzlich den Windkraftausbau, betont aber auch den Meeres- und Artenschutz sowie die Sicherung von Lieferketten als Prioritäten.
Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, würde dies einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Energiepolitik bedeuten. Schnellere Ausbauraten bei Wind- und Solarenergie in Kombination mit Netzoptimierungen könnten sowohl die Klimaziele erreichen helfen als auch die Stromkosten für Verbraucher senken. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, ob die Pläne auf Zustimmung stoßen oder auf Widerstand aus der Wirtschaft und von Koalitionspartnern treffen.
