27 January 2026, 04:46

Hamburger Erklärung treibt grüne Wasserstoff-Ziele voran – doch die Branche kämpft mit Realität

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem beschreibendem Text.

Hamburger Erklärung treibt grüne Wasserstoff-Ziele voran – doch die Branche kämpft mit Realität

Neun Nordsee-Anrainerstaaten haben die Hamburger Erklärung unterzeichnet, um den Ausbau der Offshore-Windenergie und die Produktion von grünem Wasserstoff voranzutreiben. Das Abkommen zielt auf eine grenzüberschreitende Windkraftkapazität von 120 Gigawatt bis 2050 ab und soll großangelegte Wasserstoffprojekte unterstützen. Doch trotz dieser ehrgeizigen Pläne kämpft der Sektor für sauberen Wasserstoff weiterhin mit finanziellen und betrieblichen Hindernissen.

Hinter der Erklärung stehen Länder wie Norwegen, die die regionale Energieinfrastruktur stärken wollen. Sie unterstreicht das langfristige Vertrauen in grünen Wasserstoff – ein Signal, das Technologieanbietern wie Nel ASA zugutekommen könnte. Doch die jüngsten Geschäftszahlen des Unternehmens zeigen einen Rückgang der Auftragseinnahmen um 17 Prozent im dritten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr.

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Unterdessen bleibt der Wasserstoffmarkt insgesamt schwach. Hohe Kosten und eine zögerliche Nachfrage haben die Preiserwartungen für grünen Wasserstoff in die Höhe getrieben und bremsen den Infrastrukturausbau aus. Zwar erreichten die globalen Investitionen in die Energiewende 2025 mit 2,3 Billionen Dollar einen Rekordwert, doch in saubere Wasserstoffprojekte flossen lediglich 7,3 Milliarden Dollar – ein verschwindend geringer Anteil am Gesamtvolumen.

Auch Thyssenkrupp Nucera, ein weiterer wichtiger Akteur in der Branche, hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Aktie des Unternehmens wurde aus dem SDAX genommen, und der Kursverfall spiegelt die langsame Markteinführung von Wasserstofftechnologien wider. Analysten stufen die Nel-ASA-Aktie derzeit mit "Verkaufen" ein – begründet mit hohen Ausgaben, sinkenden Umsätzen und stockender Infrastrukturentwicklung.

Die Hamburger Erklärung gibt zwar eine langfristige Perspektive für grünen Wasserstoff vor, doch die kurzfristigen Herausforderungen bleiben bestehen: Die Kosten sind hoch, die Nachfrage schwach, und die Investitionen hinken anderen Energiesektoren hinterher. Unternehmen wie Nel ASA und Thyssenkrupp Nucera stehen weiterhin unter finanziellem Druck, während sich der Markt nur zögerlich entwickelt.