Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanznot und Umstrukturierung
Felix MaierHamburgs Kinder- und Jugendarbeit droht der Kollaps durch Finanznot und Umstrukturierung
Hamburgs einziges Fachnetzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit steht vor dem Aus
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit Hamburg (VKJH) könnte aufgrund fehlender gesicherter Finanzierung geschlossen werden. Auch die Ombudsstelle OHA! Anwältin für Kinder- und Jugendrechte ist bedroht, da die Stadt plant, sie mit einer neuen Ombudsfunktion für Kitas zusammenzulegen.
Seit ihrer Gründung 2021 bearbeitet die OHA-Ombudsstelle jährlich rund 300 Beratungsfälle. Die Schulbehörde beabsichtigt nun, die Stelle im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung neu auszuschreiben – ein Schritt, der die bestehende Einrichtung vollständig auflösen könnte.
Der VKJH betreibt derzeit 17 Einrichtungen und 27 Projekte, kämpft jedoch mit der Deckung der Verwaltungskosten. Ohne zusätzliche 120.000 Euro jährlich kann das Netzwerk seine Angebote nicht aufrechterhalten. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, muss die Organisation über eine Übertragung ihrer Aufgaben auf die Bezirksämter beraten.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und scharf gegen die geplante Zusammenlegung protestiert. Es warnt, dass die Änderungen die Unterstützung für junge Menschen in Hamburg schwächen könnten.
Ohne weitere Mittel steht der VKJH weiterhin am Abgrund. Die geplante Neuausschreibung der Ombudsstelle könnte seine Arbeit zusätzlich destabilisieren. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Netzwerks wird voraussichtlich noch vor Juli fallen.






