Hanau 2020: Öffentliche Diskussion sucht Antworten auf offene Fragen des Anschlags
Felix MaierHanau 2020: Öffentliche Diskussion sucht Antworten auf offene Fragen des Anschlags
Öffentliche Diskussion zum rechtsextremen Anschlag von Hanau 2020 im Focke-Museum Bremen
Am Freitag, dem 24. März 2023, findet im Bremer Focke-Museum eine öffentliche Veranstaltung zum rechtsextremen Anschlag von Hanau im Jahr 2020 statt. Die von Burcu Arslan moderierte Diskussion soll offene Fragen zu den Morden und den anschließenden Versäumnissen aufgreifen. Drei Jahre nach dem Anschlag kämpfen die Angehörigen der Opfer weiterhin um Aufklärung und Konsequenzen.
Am 19. Februar 2020 hatte ein Rechtsextremist in Hanau neun Menschen erschossen. Alle Opfer hatten türkische Migrationshintergründe und wurden gezielt angegriffen, weil sie als "fremd" wahrgenommen wurden. Unter ihnen war Hamza Kurtović, dessen Vater Armin und dessen Schwester Ajla bei der Veranstaltung sprechen werden.
An der Podiumsdiskussion beteiligen sich zudem die Polizeidirektorin Sermin Riedel und die Professorin Daniela Hunold. Im Mittelpunkt stehen die Mängel in den Ermittlungen und die Frage, ob der Anschlag hätte verhindert werden können. Schlüsselfiguren der laufenden Bundesermittlungen – darunter der Generalbundesanwalt Jens Rommel, der leitende Ermittler Marc-Philipp Hailbronner und Ramazan Yanmaz, der Bruder des Opfers Gökhan Gültekin – bleiben zentral für den Fall. Yanmaz wirkt inzwischen als zivilgesellschaftlicher Mitermittler und vertritt die Forderungen der Angehörigen nach Gerechtigkeit.
Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr und will die Sicherheitslücken sowie politische Versäumnisse thematisieren. Die Familien der Opfer bestehen darauf, dass systemische Fehler aufgedeckt werden müssen, um künftige Tragödien zu verhindern. Die Diskussion beleuchtet sowohl den Anschlag selbst als auch die Defizite in der Aufarbeitung.
