20 January 2026, 09:44

Hausärzte warnen vor finanziellen Risiken durch Impfstoffknappheit in der Grippeaison

Ein Mann in einem weißen Hemd erhält eine Impfung von einem Arzt in einem blauen Kleid und Handschuhen, der eine Spritze hält, mit einem unscharfen Hintergrund.

Keine Grippeimpfung verfügbar? Hausärzte gegen Bestellregeln - Hausärzte warnen vor finanziellen Risiken durch Impfstoffknappheit in der Grippeaison

Hausärzte in Deutschland: Impfstoffknappheit birgt finanzielle Risiken

In dieser Grippeaison sehen sich Hausärzte in Deutschland mit erheblichen Problemen konfrontiert, da Lieferengpässe bei Impfstoffen finanzielle Risiken mit sich bringen. Praxen müssen ihre Bestellungen bis zu neun Monate im Voraus aufgeben, doch die unvorhersehbare Nachfrage führt dazu, dass manche Ärzte auf ungenutzte Bestände sitzen bleiben. Nun fordern sie rechtlichen Schutz vor Strafen bei Überbestellungen.

Die Grippeaison 2025/2026 verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Impfstoffen, was seit Mitte Dezember in Teilen des Landes zu Engpässen geführt hat. Zwar betonte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), es gebe keinen flächendeckenden Mangel, doch viele Praxen hatten Schwierigkeiten, ausreichend Dosen zu beschaffen. Einige schlossen sich sogar in Netzwerken zusammen, um noch verfügbare Bestände ausfindig zu machen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Grippeschutzimpfungen für Risikogruppen, darunter Menschen über 60 Jahre, Chronischkranke, Schwangere und medizinisches Personal. Doch das aktuelle Bestellsystem erlaubt es Ärzten nicht, flexibel auf Nachfragespitzen zu reagieren. Bestellen Praxen zu viel Impfstoff und bleibt dieser ungenutzt, drohen ihnen aufgrund der sogenannten Rückbelastungsregelung finanzielle Sanktionen durch die Krankenkassen.

Der Deutsche Hausärzteverband spricht von einem "Damoklesschwert", das über der Impfkampagne schwebt. Die Ärzte argumentieren, dass das starre System in Kombination mit unzuverlässigen Nachfrageprognosen des PEI sie anfällig für hohe Verluste macht.

Die Hausärzte fordern die Politik nun auf, sie vor den finanziellen Risiken im Zusammenhang mit Impfstoffbestellungen zu schützen. Ohne Reformen könnten Praxen auch in kommenden Grippeaisons weiterhin mit Lieferengpässen oder Überbeständen kämpfen. Der Appell zu Veränderungen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die diesjährige Kampagne die Belastungsgrenzen des deutschen Impfsystems offenbart.

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