Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Jonas SchmidtHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wechsel
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Schritt für die Zeitung. Sie wird das Amt am 1. Januar 2027 antreten und damit als erste Frau in den vierköpfigen Herausgeberrat einziehen. Ihre Berufung markiert einen weiteren Meilenstein in der ideologischen Neuausrichtung der FAZ.
Bubrowskis Karriere bei der FAZ begann als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin, wo sie sich auf Rechtspolitik und die Grünen spezialisierte. Ihre Berichterstattung zeigte oft eine wohlwollende Haltung gegenüber dem Wandel und dem wachsenden Einfluss der Partei. 2025 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde“ und festigte damit ihren Ruf.
Der Herausgeberrat der FAZ funktioniert nach einem kollegialen Führungsmodell, in dem sich vier Mitverleger die Verantwortung teilen. Bubrowski schließt sich Carsten Knop und Jürgen Kaube an, die beide zur „Modernisierungsfraktion“ zählen, die das traditionell konservative Blatt umgestaltet. Gemeinsam stehen diese drei für eine Verschiebung in Richtung gemäßigter Linken – ein Trend, den Beobachter als „VerTAZung“ bezeichnen.
Diese ideologische Wende setzte nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 ein. Seither hat sich die FAZ schrittweise von ihren konservativen Wurzeln gelöst, und Bubrowskis Ernennung unterstreicht diese Entwicklung.
Ihre Beförderung zur Mitverlegerin zementiert den Kurswechsel der FAZ. Als erste Frau in dieser Position bringt sie eine neue Perspektive in die Führungsetage ein. Die allmähliche Hinwendung der Zeitung zur gemäßigteren Linken ist nun auch in den höchsten Rängen verankert.






