Herrenschneiderei und Ostsee-Fischerei: Diese Traditionen sind jetzt UNESCO-Kulturerbe
Jonas SchmidtHerrenschneiderei und Ostsee-Fischerei: Diese Traditionen sind jetzt UNESCO-Kulturerbe
Deutschland hat mehrere Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den neuesten Anmerkungen zählen die Herrenschneiderei, die Schaustellerkultur auf Jahrmärkten und die Fischereimethoden der Ostsee. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben die neuen Eintragungen gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz bekannt.
Zu den frisch gewürdigten Bräuchen gehört die handwerkliche Kunst der Herrenschneiderei. Zwar gibt es ähnliche Traditionen in ganz Europa, doch die deutschen Techniken wurden wegen ihrer Präzision und historischen Verwurzelung besonders hervorgehoben. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Schausteller auf Volksfesten, die seit langem ein fester Bestandteil der deutschen Jahrmarktkultur sind.
Weitere Neuaufnahmen umfassen traditionelle Fischereimethoden der Ostsee, das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz sowie die Martinsumzüge im Rheinland. Diese Bräuche wurden aufgrund ihrer tiefen Verankerung in den regionalen Gemeinschaften ausgewählt.
Nicht aufgenommen wurden hingegen unabhängige linksalternative Buchhandlungen sowie der Döner – eine deutsche Variante des Kebabs. Weimer, der für seine strenge Haltung bei der Kulturförderung bekannt ist, hatte erst kürzlich die Unterstützung für ein Übersetzungsprojekt palästinensischer Autor:innen im Rahmen des Berliner Hauptstadtkulturfonds gestrichen.
Die neuen Eintragungen lenken die Aufmerksamkeit auf langjährige deutsche Traditionen. Die Liste umfasst nun 150 immaterielle Kulturschätze, die jeweils für ihre besondere Bedeutung ausgewählt wurden. Künftige Aufnahmen werden weiterhin die vielfältige Kulturgeschichte des Landes widerspiegeln.






