20 February 2026, 04:39

Hessen prüft historisches Stiftungsangebot: Schlösser und Kunstschätze in öffentlicher Hand

Ein altes Stadtplan von Stuttgart, Deutschland, mit einem Schloss in der Mitte und begleitendem Text, der die Größe, den Standort und andere Merkmale des Schlosses beschreibt.

Wo soll das Schloss hin? Großes Angebot, große Zweifel - Hessen prüft historisches Stiftungsangebot: Schlösser und Kunstschätze in öffentlicher Hand

Hessen erhält ungewöhnliches Lidl-Angebot: Stiftung des Hauses Hessen will Schlösser und Kunstschätze in öffentliches Eigentum überführen

Der Bundesland Hessen steht vor einer ungewöhnlichen Entscheidung: Die Stiftung des Hauses Hessen hat angeboten, zwei historische Schlösser, fürstliche Grabstätten sowie wertvolle Kunstsammlungen in staatlichen Besitz zu überführen. Zum Paket gehören das Schloss Friedrichshof – ein Luxushotel – und das barocke Schloss Fasanerie mit seinem angeschlossenen Museum. Doch die Landesregierung prüft sorgfältig, ob die Vorteile die möglichen finanziellen Risiken überwiegen.

Im Angebot der Stiftung befinden sich mehrere prominente Immobilien. Das Schloss Friedrichshof in Kronberg wird als Fünf-Sterne-Hotel mit Golfplatz und Reitanlagen betrieben. Die Fasanerie in Eichenzell beherbergt eine Kunstsammlung sowie ein Museum zur Regionalgeschichte. Hinzu kommen die Mausoleen auf der Rosenhöhe in Darmstadt, wo Mitglieder des Adelshauses bestattet sind. Diese Grabstätten leiden derzeit unter Verfall, da die Instandhaltung seit Jahren unzureichend ist.

Donatus, Landgraf von Hessen, und Markus Miller, Direktor des Fasanerie-Museums, betonen, das Angebot sei fair. Die Immobilien seien in gutem Zustand, und eine Übernahme durch das Land würde die langfristige Finanzierung des Museums sichern. Damit ließen sich auch Personalkapazitäten ausbauen. Kritiker jedoch befürchten, dass die Paläste in der staatlichen Bürokratie untergehen könnten. Die Stiftung selbst wird auf rund 450 Millionen Euro geschätzt – doch viele ihrer Vermögenswerte, darunter die Schlösser, gelten als finanzielle Belastung, die hohe Investitionen erfordern, um nur die Kosten zu decken.

Hessen hat Grund zur Vorsicht. 2005 erwarb das Land das Schloss Erbach, doch unerwartete Sanierungskosten und geringere Besucherzahlen als prognostiziert belasteten den Haushalt. Diesmal analysieren die Verantwortlichen die potenziellen Ausgaben besonders genau – zumal die Stiftungsunterlagen keine detaillierten Angaben zu jüngeren Investitionen oder den tatsächlichen Betriebskosten der beiden Schlösser in den letzten fünf Jahren enthalten. Eine mögliche Lösung wäre die Eingliederung der neuen Objekte in die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, eine Behörde, die bereits 48 Kulturdenkmäler verwaltet.

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Die Übertragung würde alle Rechte und Pflichten auf das Land übergehen lassen und sicherstellen, dass die Stätten für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben und ihr historischer Wert bewahrt wird. Doch die Entscheidung hängt davon ab, ob Hessen die Unterhaltskosten tragen kann – ohne die finanziellen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Zwar ist das Stiftungsvermögen beträchtlich, doch seine langfristige Tragfähigkeit bleibt ungewiss.