Hessens Jura-Studierende setzen auf digitale Prüfungen – 96 Prozent entscheiden sich für den Fortschritt
Jonas SchmidtKaum noch handschriftliche zweite Staatsprüfung im Recht - Hessens Jura-Studierende setzen auf digitale Prüfungen – 96 Prozent entscheiden sich für den Fortschritt
Jurastudierende in Hessen können ihr zweites Staatsexamen nun wählen: digital oder auf Papier. Das elektronische Format wurde vor etwas mehr als einem Jahr eingeführt und hat sich schnell zur bevorzugten Option entwickelt. Mittlerweile entscheiden sich über 96 Prozent der Absolventen für die digitale Variante statt für handschriftliche Antworten.
Der Umstieg auf digitale Prüfungen begann 2024, wobei in Frankfurt, Darmstadt und Butzbach eigens ausgestattete Prüfungsräume eingerichtet wurden. 2025 fanden sechs Prüfungstermine statt, an denen jeweils rund 200 Kandidatinnen und Kandidaten teilnahmen. Technische Probleme blieben minimal, und der Ablauf verlief reibungslos.
Studierende, die sich auf die elektronische Prüfung vorbereiten, können sich nun über ein Übungsportal mit dem System vertraut machen. Zudem besteht die Möglichkeit, während der Testphase einmalig zur handschriftlichen Prüfung zurückzuwechseln – ein Angebot, das im vergangenen Jahr jedoch kaum genutzt wurde. Über die Prüfungsdurchführung hinaus erprobt das Landesjustizprüfungsamt auch die elektronische Korrektur, um die Arbeitsbelastung der Prüfer zu verringern. Langfristig soll die handschriftliche Bewertung vollständig ersetzt werden. Parallel dazu laufen bereits die Vorbereitungen für eine digitale Version des ersten Staatsexamens. Das zweite Staatsexamen selbst ist ein entscheidender Schritt für Jurabsolventen, die Richter, Staatsanwälte oder Anwälte werden möchten. Stand Januar 2026 sind keine weiteren Maßnahmen zur Gewinnung zusätzlicher Prüfer bekannt gegeben worden.
Das digitale Prüfungssystem verzeichnet eine hohe Akzeptanz, da sich nahezu alle Studierenden für diese moderne Variante entscheiden. Das Landesjustizprüfungsamt optimiert weiterhin die Abläufe – von der Durchführung bis zur Bewertung – und erweitert das elektronische Angebot. Für 2026 sind vorerst keine zusätzlichen Einstellungen von Prüfern geplant.
