Hofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung nach jahrelangen Bierverkaufs-Rückgängen
Jonas SchmidtHofbrauhaus Wolters beantragt Eigenverwaltung nach jahrelangen Bierverkaufs-Rückgängen
Die Hofbrauhaus Wolters GmbH hat beim Amtsgericht Braunschweig ein Eigenverwaltungsverfahren nach der Insolvenzordnung beantragt. Der Schritt erfolgt nach Jahren rückläufiger Bierverkäufe und stark gestiegener Kosten. Trotz des Antrags wird die Brauerei ihren Betrieb unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen fortsetzen.
2025 gingen die Bierverkäufe in Deutschland erneut um sechs Prozent zurück, was den Druck auf Wolters weiter erhöhte. Die Braubranche kämpft seit der COVID-19-Pandemie mit explodierenden Produktions- und Energiekosten. Globale Krisen belasteten zudem die Lieferketten und trieben die Logistikkosten in die Höhe.
Das Unternehmen kündigte an, seine Geschäftsabläufe umzustrukturieren und das Geschäftsmodell neu auszurichten. Ziel ist es, vom traditionellen Braubetrieb zu einem innovativen Getränkehersteller zu werden – mit Fokus auf den regionalen Markt. Der Wirtschaftsprüfer Hendrik Mysegades erklärte, die Restrukturierung solle den vollen Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und gleichzeitig die finanziellen Herausforderungen bewältigen.
Als vorläufiger Sachwalter wurde Torsten Gutmann von der Kanzlei PLUTA Rechtsanwalts GmbH bestellt. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung über das Verfahren informiert. Die Brauerei bestätigte, dass der Betrieb ohne Unterbrechung weiterläuft und alle Löhne sowie Gehälter gesichert sind.
Der Rechtsanwalt Kimon Kantis betonte, die Eigenverwaltung ermögliche es Wolters, die Branchenherausforderungen nachhaltig anzugehen. Das Unternehmen wird den Betrieb im Rahmen der Eigenverwaltung fortführen. Die Umstrukturierung zielt darauf ab, das Geschäft zu stabilisieren und sich an den wandelnden Markt anzupassen. Wolters bleibt verpflichtet, während des Prozesses die Belegschaft und die Produktion zu erhalten.






