Kik setzt auf Neuanfang: Ulrich Hanfeld wird neuer Vorstandschef im Juni
Anton HuberKik setzt auf Neuanfang: Ulrich Hanfeld wird neuer Vorstandschef im Juni
Kik ernannt Ulrich Hanfeld zum neuen Vorstandsvorsitzenden – Amtseintritt im Juni
Die Bestellung erfolgt nach monatelangen Führungswechseln und Filialschließungen bei dem angeschlagenen Modehändler. Branchenbeobachter weisen darauf hin, dass Hanfelds Werdegang von der bisherigen Präferenz des Eigentümers Tengelmann für einen Restrukturierungsexperten abweicht.
Das Unternehmen durchlebt eine turbulente Phase. Der ehemalige CEO Patrick Zahn verließ Kik im September 2025 nach Differenzen mit dem Eigentümer Tengelmann. Daraufhin übernahm Christian Kümmer, der zuvor beim Tierbedarfshändler Fressnapf tätig war, kommissarisch die Führung. Bereits davor hatten der Finanzvorstand Rüdiger Hartmann und der Betriebsleiter Dirk Ankenbrand das Unternehmen verlassen.
Gleichzeitig fährt Kik sein Geschäft zurück: Bis Ende 2026 sollen europaweit rund 300 Filialen schließen, was das Filialnetz um 225 Standorte verkleinert. Allein in Deutschland werden 135 Läden dichtmachen, sodass noch etwa 2.200 übrig bleiben. Mitarbeiter äußerten sich in sozialen Medien frustriert und kritisierten schlechte Führung sowie mangelnde Wertschätzung.
Hanfeld bringt Erfahrung vom Konkurrenten NKD mit, wo er über sechs Jahre als CEO tätig war. Zuvor hatte er fast ein Jahrzehnt in Tokio verbracht und dort die japanische Tochter des Otto-Konzerns geleitet. Seine Berufung deutet auf einen Strategiewechsel bei Kik hin, doch bleibt unklar, wie er die Herausforderungen des Händlers bewältigen wird.
Mit Hanfelds Amtsantritt setzt sich die Umbruchphase in der Kik-Führung fort. Während das Unternehmen weiter schrumpft und mit interner Unzufriedenheit kämpft, übernimmt der neue Chef nun ein schlankeres Unternehmen in einem schwierigen Einzelhandelsumfeld.






