Klingbeil lehnt Rente mit 70 ab – und setzt auf private Vorsorge und Reformen
Felix MaierKlingbeil lehnt Rente mit 70 ab – und setzt auf private Vorsorge und Reformen
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat sich gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre ausgesprochen. Er bezeichnete den Vorschlag als „harten Einschnitt“ statt als sinnvolle Reform. Seine Äußerungen decken sich mit der Kritik des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der die Maßnahme ebenfalls ablehnt.
Klingbeil betonte, die gesetzliche Rente müsse das Fundament des deutschen Rentensystems bleiben. Gleichzeitig forderte er Anreize, um die private Altersvorsorge zu stärken – etwa durch die Frühstart-Rente. Zudem sprach er sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge aus, um langfristige Stabilität zu gewährleisten.
Ernesto Harder, DGB-Regionalchef, teilte die Bedenken gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Er verwies darauf, dass die Lebenserwartung in Deutschland seit 15 Jahren nicht mehr gestiegen sei, was weitere Anhebungen ungerechtfertigt mache. Harder argumentierte zudem, dass Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen kaum bis 70 arbeiten könnten.
Sowohl Klingbeil als auch Harder befürworten eine Ausweitung der Beitragszahlerbasis der Rentenversicherung auf Selbstständige und Politiker. Der Koalitionsausschuss wird noch vor dem Sommer tagen, um über Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung zu beraten. Klingbeil erwartet von den anstehenden Gesprächen mit Gewerkschaften und Arbeitgebern konkrete Schritte zur Stärkung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
Die Rentenvorschläge der Regierung stehen nun zur weiteren Debatte an, bevor Entscheidungen fallen. Klingbeils Konzepte setzen auf private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung und eine breitere Finanzierungsbasis. Die Ergebnisse der Sommergespräche werden die künftige Politik in Sachen Rente und wirtschaftliche Stabilität prägen.






